500 v.Chr.Zeitenwende500100015001600170018001900Hesiod · 750 v.Chr.–680 v.Chr. · 3ZitateSappho · 630 v.Chr.–570 v.Chr. · 2ZitateLao Tzu · 601 v.Chr.–531 v.Chr. · 4ZitateKonfuzius · 551 v.Chr.–479 v.Chr. · 5ZitateHeraklit · 535 v.Chr.–475 v.Chr. · 4ZitateSokrates · 469 v.Chr.–399 v.Chr. · 4ZitatePlaton · 428 v.Chr.–348 v.Chr. · 3ZitateAristoteles · 384 v.Chr.–322 v.Chr. · 4ZitateMarcus Tullius Cicero · 106 v.Chr.–43 v.Chr. · 4ZitateHoraz · 65 v.Chr.–8 v.Chr. · 4ZitateLucius Annaeus Seneca · 4 v.Chr.–65 · 4ZitateEpiktet · 50–135 · 3ZitateMarc Aurel · 121–180 · 8ZitateAugustinus von Hippo · 354–430 · 4ZitateHildegard von Bingen · 1098–1179 · 2ZitateMarie de France · 1135–1200 · 2ZitateWalther von der Vogelweide · 1170–1230 · 3ZitateMeister Eckhart · 1260–1328 · 3ZitateDante Alighieri · 1265–1321 · 9ZitateChristine de Pizan · 1364–1430 · 2ZitateMichel de Montaigne · 1533–1592 · 4ZitateMiguel de Cervantes · 1547–1616 · 12ZitateWilliam Shakespeare · 1564–1616 · 4ZitateFrançois de La Rochefoucauld · 1613–1680 · 4ZitateBlaise Pascal · 1623–1662 · 12ZitateBaruch de Spinoza · 1632–1677 · 4ZitateVoltaire · 1694–1778 · 4ZitateJean-Jacques Rousseau · 1712–1778 · 4ZitateImmanuel Kant · 1724–1804 · 4ZitateGotthold Ephraim Lessing · 1729–1781 · 3ZitateMatthias Claudius · 1740–1815 · 4ZitateGeorg Christoph Lichtenberg · 1742–1799 · 12ZitateJohann Gottfried Herder · 1744–1803 · 3ZitateJohann Heinrich Pestalozzi · 1746–1827 · 7ZitateJohann Wolfgang von Goethe · 1749–1832 · 10ZitateFriedrich Schiller · 1759–1805 · 8ZitateFriedrich Hölderlin · 1770–1843 · 6ZitateNovalis · 1772–1801 · 4ZitateJane Austen · 1775–1817 · 4ZitateHeinrich von Kleist · 1777–1811 · 5ZitateStendhal · 1783–1842 · 2ZitateLord Byron · 1788–1824 · 3ZitateJoseph von Eichendorff · 1788–1857 · 17ZitateArthur Schopenhauer · 1788–1860 · 4ZitateAnnette von Droste-Hülshoff · 1797–1848 · 7ZitateMary Shelley · 1797–1851 · 3ZitateJeremias Gotthelf · 1797–1854 · 6ZitateHeinrich Heine · 1797–1856 · 8ZitateHonoré de Balzac · 1799–1850 · 3ZitateGeorge Long · 1800–1879 · 0ZitateRalph Waldo Emerson · 1803–1882 · 12ZitateEdgar Allan Poe · 1809–1849 · 3ZitateGeorg Büchner · 1813–1837 · 6ZitateSøren Kierkegaard · 1813–1855 · 4ZitateJames Legge · 1815–1897 · 0ZitateHenry David Thoreau · 1817–1862 · 4ZitateTheodor Storm · 1817–1888 · 8ZitateKarl Marx · 1818–1883 · 3ZitateGottfried Keller · 1819–1890 · 4ZitateWalt Whitman · 1819–1892 · 4ZitateTheodor Fontane · 1819–1898 · 5ZitateFriedrich Engels · 1820–1895 · 3ZitateFjodor Dostojewski · 1821–1881 · 3ZitateHenri-Frédéric Amiel · 1821–1881 · 3ZitateBayard Taylor · 1825–1878 · 0ZitateConrad Ferdinand Meyer · 1825–1898 · 3ZitateJohanna Spyri · 1827–1901 · 4ZitateHenri Dunant · 1828–1910 · 4ZitateLew Tolstoi · 1828–1910 · 4ZitateEmily Dickinson · 1830–1886 · 4ZitateMarie von Ebner-Eschenbach · 1830–1916 · 4ZitateWilhelm Busch · 1832–1908 · 4ZitateMark Twain · 1835–1910 · 11ZitateBertha von Suttner · 1843–1914 · 4ZitateFriedrich Nietzsche · 1844–1900 · 9ZitateGiachen Caspar Muoth · 1844–1906 · 4ZitateCarl Spitteler · 1845–1924 · 3ZitateThomas Common · 1850–1933 · 0ZitateOscar Wilde · 1854–1900 · 5ZitateSigmund Freud · 1856–1939 · 3ZitateSelma Lagerlöf · 1858–1940 · 3ZitateAnton Tschechow · 1860–1904 · 4ZitateRabindranath Tagore · 1861–1941 · 8ZitatePeider Lansel · 1863–1943 · 3ZitateMarie Curie · 1867–1934 · 4ZitateElse Lasker-Schüler · 1869–1945 · 3ZitateRosa Luxemburg · 1871–1919 · 3ZitateRichard Wilhelm · 1873–1930 · 0ZitateKarl Kraus · 1874–1936 · 3ZitateRainer Maria Rilke · 1875–1926 · 7ZitateVirginia Woolf · 1882–1941 · 3ZitateKurt Tucholsky · 1890–1935 · 5ZitateEdith Stein · 1891–1942 · 3ZitateWalter Benjamin · 1892–1940 · 3ZitateJoseph Roth · 1894–1939 · 3Zitate

Antike 56

  1. 700 v.Chr.

    Zuerst nun entstand das Chaos.

    Hesiod · Theogonia (V. 116) · aus dem Griechischen
  2. 700 v.Chr.

    Vor die Tugend haben die unsterblichen Götter den Schweiß gesetzt.

    Hesiod · Erga kai hemerai (V. 289-290) · aus dem Griechischen
  3. 700 v.Chr.

    Toren — sie wissen nicht, um wieviel die Hälfte mehr ist als das Ganze.

    Hesiod · Erga kai hemerai (V. 40) · aus dem Griechischen
  4. 580 v.Chr.

    Der scheint mir gleich den Göttern zu sein, der dir gegenüber sitzt und dich nahe süß sprechen hört

    Sappho · Sappho-Fragmente (LP 31) · aus dem Griechischen
  5. 580 v.Chr.

    Manche sagen, ein Reiterheer, andere ein Fußvolk, andere eine Flotte sei auf der schwarzen Erde das Schönste — ich aber: das, was man liebt.

    Sappho · Sappho-Fragmente (LP 16) · aus dem Griechischen
  6. 500 v.Chr.

    Wenn drei Menschen gehen, muss einer davon mein Lehrer sein.

    Konfuzius · Lunyu (Gespräche) · aus dem Chinesischen
  7. 500 v.Chr.

    Was dir selbst unerwünscht ist, füge auch keinem anderen zu.

    Konfuzius · Lunyu (Gespräche) · aus dem Chinesischen
  8. 500 v.Chr.

    Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.

    Konfuzius · Lunyu (Gespräche) · aus dem Chinesischen
  9. 500 v.Chr.

    Lernen und ständig darin sich üben — ist das nicht eine Freude?

    Konfuzius · Lunyu (Gespräche) · aus dem Chinesischen
  10. 500 v.Chr.

    Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen.

    Konfuzius · Lunyu (Gespräche) · aus dem Chinesischen
  11. 480 v.Chr.

    Der Charakter ist dem Menschen sein Daimon.

    Heraklit · Heraklit-Fragmente (DK 22 B 119) · aus dem Griechischen
  12. 480 v.Chr.

    In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht; wir sind und sind nicht.

    Heraklit · Heraklit-Fragmente (DK 22 B 49a) · aus dem Griechischen
  13. 480 v.Chr.

    Krieg ist Vater aller Dinge und aller Könige.

    Heraklit · Heraklit-Fragmente (DK 22 B 53) · aus dem Griechischen
  14. 480 v.Chr.

    Die Natur liebt es, sich zu verbergen.

    Heraklit · Heraklit-Fragmente (DK 22 B 123) · aus dem Griechischen
  15. 400 v.Chr.

    Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise.

    Lao Tzu · Daodejing · aus dem Chinesischen
  16. 400 v.Chr.

    Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.

    Lao Tzu · Daodejing · aus dem Chinesischen
  17. 400 v.Chr.

    Dreißig Speichen umgeben eine Nabe: In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.

    Lao Tzu · Daodejing · aus dem Chinesischen
  18. 400 v.Chr.

    Daß Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.

    Lao Tzu · Daodejing · aus dem Chinesischen
  19. 399 v.Chr.

    Kriton, dem Asklepios schulden wir noch einen Hahn; gebt ihn ihm und vergesst es nicht.

    Sokrates · Phaidon (über Platon) · aus dem Griechischen
  20. 399 v.Chr.

    Ein nicht-geprüftes Leben ist für einen Menschen nicht lebenswert.

    Sokrates · Apologie des Sokrates (über Platon) · aus dem Griechischen
  21. 399 v.Chr.

    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    Sokrates · Apologie des Sokrates (über Platon) · aus dem Griechischen
  22. 380 v.Chr.

    Ich weiß eins: niemand fehlt freiwillig.

    Sokrates · Protagoras (über Platon) · aus dem Griechischen
  23. 375 v.Chr.

    Der Anfang ist bei jedem Werk das Wichtigste.

    Platon · Politeia · aus dem Griechischen
  24. 375 v.Chr.

    Gerechtigkeit ist, das Seine zu tun.

    Platon · Politeia · aus dem Griechischen
  25. 369 v.Chr.

    Denn dies ist ganz besonders die Verfassung eines Philosophen: das Staunen. Einen anderen Anfang der Philosophie gibt es nicht als diesen.

    Platon · Theaitetos · aus dem Griechischen
  26. 340 v.Chr.

    Der Freund ist ein zweites Selbst.

    Aristoteles · Nikomachische Ethik (1166a 31) · aus dem Griechischen
  27. 340 v.Chr.

    Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.

    Aristoteles · Metaphysik (A 1, 980a 21) · aus dem Griechischen
  28. 340 v.Chr.

    Der Mensch ist von Natur ein staatenbildendes Lebewesen.

    Aristoteles · Politik (1253a 2) · aus dem Griechischen
  29. 340 v.Chr.

    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.

    Aristoteles · Nikomachische Ethik (1098a 18) · aus dem Griechischen
  30. 80 v.Chr.

    Wem zum Vorteil?

    Marcus Tullius Cicero · Pro Sex. Roscio Amerino · aus dem Lateinischen
  31. 63 v.Chr.

    O Zeiten, o Sitten!

    Marcus Tullius Cicero · In Catilinam I · aus dem Lateinischen
  32. 55 v.Chr.

    Die Geschichte ist Zeugin der Zeiten, Licht der Wahrheit, Leben der Erinnerung, Lehrerin des Lebens, Botin der Vergangenheit.

    Marcus Tullius Cicero · De oratore · aus dem Lateinischen
  33. 50 v.Chr.

    Das Wohl des Volkes sei das oberste Gesetz.

    Marcus Tullius Cicero · De legibus · aus dem Lateinischen
  34. 23 v.Chr.

    Pflücke den Tag, traue so wenig wie möglich dem nächsten.

    Horaz · Carmina (I, 11, 8) · aus dem Lateinischen
  35. 23 v.Chr.

    Ich habe ein Monument errichtet, dauerhafter als Erz.

    Horaz · Carmina (III, 30, 1) · aus dem Lateinischen
  36. 20 v.Chr.

    Wer begonnen hat, hat die Hälfte schon vollbracht: wage es zu wissen, beginne!

    Horaz · Epistulae (I, 2, 40-41) · aus dem Lateinischen
  37. 13 v.Chr.

    Staub und Schatten sind wir.

    Horaz · Carmina (IV, 7, 16) · aus dem Lateinischen
  38. 65

    Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.

    Lucius Annaeus Seneca · Epistulae morales ad Lucilium · aus dem Lateinischen
  39. 65

    Muße ohne Bildung ist Tod und das Grab eines lebenden Menschen.

    Lucius Annaeus Seneca · Epistulae morales ad Lucilium · aus dem Lateinischen
  40. 65

    Alles, Lucilius, ist fremd; nur die Zeit gehört uns.

    Lucius Annaeus Seneca · Epistulae morales ad Lucilium · aus dem Lateinischen
  41. 65

    Leben, Lucilius, ist Kriegsdienst.

    Lucius Annaeus Seneca · Epistulae morales ad Lucilium · aus dem Lateinischen
  42. 125

    Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern die Urteile über die Dinge.

    Epiktet · Encheiridion · aus dem Griechischen
  43. 125

    Von den Dingen liegt einiges in unserer Macht, anderes nicht in unserer Macht.

    Epiktet · Encheiridion · aus dem Griechischen
  44. 130

    Wir haben zwei Ohren und nur einen Mund, damit wir mehr hören und weniger reden.

    Epiktet · Fragmente (überliefert bei Stobaios) · aus dem Griechischen
  45. 180

    Alle Dinge sind miteinander verflochten, und das Band ist heilig.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  46. 180

    Bald wirst du alles vergessen haben; bald werden alle dich vergessen haben.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  47. 180

    Die beste Rache ist, nicht zu werden wie dein Feind.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  48. 180

    Lösche den Eindruck, ich sei gekränkt — und die Kränkung ist gelöscht.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  49. 180

    Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  50. 180

    Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  51. 180

    Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  52. 180

    Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

    Marc Aurel · Selbstbetrachtungen
  53. 400

    Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.

    Augustinus von Hippo · Confessiones · aus dem Lateinischen
  54. 400

    Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.

    Augustinus von Hippo · Confessiones · aus dem Lateinischen
  55. 400

    Nimm und lies.

    Augustinus von Hippo · Confessiones · aus dem Lateinischen
  56. 407

    Liebe, und tu, was du willst.

    Augustinus von Hippo · In Iohannis epistulam ad Parthos tractatus · aus dem Lateinischen

Mittelalter 21

  1. 1170

    O edelste Lebensgrünkraft, die du in der Sonne wurzelst.

    Hildegard von Bingen · Symphonia armonie celestium revelationum · aus dem Lateinischen
  2. 1170

    Es war Brauch der Alten, das bezeugt Priscian, dass sie in den Büchern, die sie schrieben, recht dunkel sprachen.

    Marie de France · Lais (Prolog) · aus dem Französischen
  3. 1170

    Wem Gott Wissen geschenkt hat und schöne Beredsamkeit, der darf nicht schweigen noch sich verbergen, sondern soll es gerne zeigen.

    Marie de France · Lais (Prolog) · aus dem Französischen
  4. 1173

    Denn der Mensch ist die kleinere Welt.

    Hildegard von Bingen · Liber divinorum operum · aus dem Lateinischen
  5. 1198

    Ich saß auf einem Stein und schlug Bein über Bein, darauf setzte ich den Ellenbogen.

    Walther von der Vogelweide · Reichston (Spruch L 8,4) · aus dem Mittelhochdeutschen
  6. 1200

    Sagt mir jemand, was ist Liebe?

    Walther von der Vogelweide · Minneklage · aus dem Mittelhochdeutschen
  7. 1228

    Weh — wohin sind alle meine Jahre verschwunden!

    Walther von der Vogelweide · Elegie (L 124,1) · aus dem Mittelhochdeutschen
  8. 1305

    Nichts kann dem Menschen so nahe sein wie Gott. Gott ist mir näher als ich mir selbst.

    Meister Eckhart · Predigt 10 (In diebus suis) · aus dem Mittelhochdeutschen
  9. 1305

    Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, in dem Gott mich sieht.

    Meister Eckhart · Predigt 12 (Qui audit me) · aus dem Mittelhochdeutschen
  10. 1305

    Wer Gott für ein Ding sucht oder mit einem Ding, der sucht Gott nicht.

    Meister Eckhart · Predigten (Quint) · aus dem Mittelhochdeutschen
  11. 1321

    Die Liebe, die dem Geliebten das Wiederlieben nicht erlässt,

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  12. 1321

    die Liebe, die die Sonne bewegt und die anderen Sterne.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Paradiso) · aus dem Italienischen
  13. 1321

    Ihr wurdet nicht geschaffen, wie die Tiere zu leben, sondern um Tugend und Erkenntnis zu verfolgen.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  14. 1321

    Ein Kuppler war das Buch und der, der es schrieb.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  15. 1321

    Reden wir nicht von ihnen, sondern schau und geh vorüber.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  16. 1321

    Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr eintretet.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  17. 1321

    Auf halbem Weg des Lebens, das wir leben, fand ich mich wieder in dunklem Wald verirrt, weil mir der rechte Pfad verloren war.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  18. 1321

    Du wirst erfahren, wie salzig das Brot der anderen schmeckt, und wie hart der Weg ist, auf fremden Treppen hinab- und hinaufzusteigen.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Paradiso) · aus dem Italienischen
  19. 1321

    Und von dort traten wir heraus, die Sterne wiederzusehen.

    Dante Alighieri · La Divina Commedia (Inferno) · aus dem Italienischen
  20. 1405

    Es schien mir, als wäre ich gleich einer Ernte tieferer Philosophie als ich es vorher gewesen war: als wäre ich aus einem Traum erwacht.

    Christine de Pizan · Le Livre de la Cité des Dames · aus dem Französischen
  21. 1405

    Wenn Gott die Frau in Vortrefflichkeit geschaffen hat, dann ist sie von höchster Vortrefflichkeit.

    Christine de Pizan · Le Livre de la Cité des Dames · aus dem Französischen

16. und 17. Jahrhundert 40

  1. 1580

    Die größte Sache der Welt ist, bei sich selbst sein zu können.

    Michel de Montaigne · Essais (De la solitude) · aus dem Französischen
  2. 1580

    Was weiß ich?

    Michel de Montaigne · Essais (Apologie de Raimond Sebond) · aus dem Französischen
  3. 1588

    Ich habe hier nur einen Strauß fremder Blumen zusammengebunden — von Eigenem habe ich nichts als das Bindfaden-Band beigesteuert.

    Michel de Montaigne · Essais (De la phisionomie) · aus dem Französischen
  4. 1588

    Ich male nicht das Sein, ich male das Werden.

    Michel de Montaigne · Essais (Du repentir) · aus dem Französischen
  5. 1599

    Die ganze Welt ist Bühne, und alle Männer und Frauen bloß Spieler.

    William Shakespeare · As You Like It · aus dem Englischen
  6. 1603

    Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

    William Shakespeare · The Tragedy of Hamlet · aus dem Englischen
  7. 1603

    Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.

    William Shakespeare · The Tragedy of Hamlet · aus dem Englischen
  8. 1605

    An einem Ort der Mancha, dessen Namen ich mich nicht entsinnen will, lebte vor nicht langer Zeit ein Hidalgo, einer von denen mit Lanze im Gestell, alter Tartsche, magrem Gaul und Windhund zur Jagd.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha · aus dem Spanischen
  9. 1605

    „Welche Riesen?", fragte Sancho Pansa. „Jene da", antwortete sein Herr, „mit den langen Armen."

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha · aus dem Spanischen
  10. 1605

    Wisse, Sancho, dass kein Mensch mehr ist als ein anderer, wenn er nicht mehr tut als ein anderer.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha · aus dem Spanischen
  11. 1605

    Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha · aus dem Spanischen
  12. 1606

    Das Leben ist nur ein wandelnder Schatten, ein armer Spieler, der seine Stunde lang auf der Bühne stolziert und sich abmüht und dann nicht mehr gehört wird.

    William Shakespeare · Macbeth · aus dem Englischen
  13. 1615

    Jeder ist der Schmied seines eigenen Glücks.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  14. 1615

    Gut predigt, wer gut lebt.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  15. 1615

    Der Fleiß ist die Mutter des guten Glücks.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  16. 1615

    Wer heute fällt, kann morgen wieder aufstehen.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  17. 1615

    Die Freiheit, Sancho, ist eines der köstlichsten Geschenke, die der Himmel den Menschen gemacht hat.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  18. 1615

    Es gibt kein Buch, das so schlecht wäre, dass es nicht etwas Gutes enthielte.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  19. 1615

    Die Feder ist die Zunge der Seele.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  20. 1615

    Sagte die Pfanne zum Kessel: Geh mir aus dem Weg, du Rußschwarze.

    Miguel de Cervantes · El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte) · aus dem Spanischen
  21. 1670

    Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  22. 1670

    Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  23. 1670

    Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  24. 1670

    Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  25. 1670

    Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  26. 1670

    Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  27. 1670

    Das Ich ist hassenswert.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  28. 1670

    Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  29. 1670

    Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  30. 1670

    Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  31. 1670

    Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  32. 1670

    Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.

    Blaise Pascal · Pensées · aus dem Französischen
  33. 1677

    Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.

    Baruch de Spinoza · Ethica, more geometrico demonstrata · aus dem Lateinischen
  34. 1677

    Ich habe mich beharrlich bemüht, die menschlichen Handlungen nicht zu verlachen, nicht zu beklagen, nicht zu verfluchen, sondern zu verstehen.

    Baruch de Spinoza · Tractatus Politicus · aus dem Lateinischen
  35. 1677

    Doch alles Erhabene ist so schwierig wie selten.

    Baruch de Spinoza · Ethica, more geometrico demonstrata · aus dem Lateinischen
  36. 1677

    Denn Friede ist nicht Abwesenheit des Krieges, sondern eine Tugend, die aus der Seelenstärke entspringt.

    Baruch de Spinoza · Tractatus Politicus · aus dem Lateinischen
  37. 1678

    Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.

    François de La Rochefoucauld · Maximes · aus dem Französischen
  38. 1678

    Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.

    François de La Rochefoucauld · Maximes · aus dem Französischen
  39. 1678

    Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.

    François de La Rochefoucauld · Maximes · aus dem Französischen
  40. 1678

    Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.

    François de La Rochefoucauld · Maximes · aus dem Französischen

18. Jahrhundert 54

  1. 1759

    Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.

    Voltaire · Candide ou l'Optimisme · aus dem Französischen
  2. 1762

    Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.

    Jean-Jacques Rousseau · Émile, ou De l'éducation · aus dem Französischen
  3. 1762

    Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.

    Jean-Jacques Rousseau · Du contrat social · aus dem Französischen
  4. 1762

    Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.

    Jean-Jacques Rousseau · Du contrat social · aus dem Französischen
  5. 1767

    Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.

    Gotthold Ephraim Lessing · Minna von Barnhelm
  6. 1767

    Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.

    Voltaire · Brief an Friedrich II. · aus dem Französischen
  7. 1768

    Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.

    Voltaire · Épître à l'auteur du livre des Trois Imposteurs · aus dem Französischen
  8. 1772

    Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.

    Johann Gottfried Herder · Abhandlung über den Ursprung der Sprache
  9. 1772

    Das Bessere ist der Feind des Guten.

    Voltaire · La Bégueule · aus dem Französischen
  10. 1774

    Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.

    Johann Gottfried Herder · Auch eine Philosophie der Geschichte
  11. 1775

    Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  12. 1775

    Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  13. 1775

    Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  14. 1775

    Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  15. 1775

    Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  16. 1775

    Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  17. 1775

    Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  18. 1775

    Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  19. 1775

    Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, daß er bei allem Determinismus glaubt er agiere als freies Wesen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  20. 1775

    Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  21. 1775

    Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  22. 1775

    Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.

    Georg Christoph Lichtenberg · Sudelbücher
  23. 1776

    Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede, Komm, ach komm in meine Brust!

    Johann Wolfgang von Goethe · Wandrers Nachtlied
  24. 1779

    Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.

    Matthias Claudius · Abendlied
  25. 1779

    Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

    Matthias Claudius · Abendlied
  26. 1779

    Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.

    Matthias Claudius · Abendlied
  27. 1779

    Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!

    Gotthold Ephraim Lessing · Nathan der Weise
  28. 1779

    Kein Mensch muß müssen.

    Gotthold Ephraim Lessing · Nathan der Weise
  29. 1781

    Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Lienhard und Gertrud
  30. 1781

    Das Leben bildet.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Lienhard und Gertrud
  31. 1782

    Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.

    Johann Wolfgang von Goethe · Erlkönig
  32. 1782

    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.

    Johann Wolfgang von Goethe · Erlkönig
  33. 1782

    Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Ein Schweizer Blatt
  34. 1782

    Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.

    Jean-Jacques Rousseau · Les Confessions · aus dem Französischen
  35. 1783

    Edel sei der Mensch, Hülfreich und gut!

    Johann Wolfgang von Goethe · Das Göttliche
  36. 1783

    Der Mittelpunkt alles Menschenverderbens ist Verhärtung des Herzens.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Über Gesetzgebung und Kindermord
  37. 1784

    Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.

    Johann Gottfried Herder · Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
  38. 1784

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

    Immanuel Kant · Beantwortung der Frage — Was ist Aufklärung?
  39. 1784

    Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.

    Immanuel Kant · Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht
  40. 1788

    Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

    Immanuel Kant · Kritik der praktischen Vernunft
  41. 1788

    Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

    Immanuel Kant · Kritik der praktischen Vernunft
  42. 1789

    Die Würde des Menschen ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

    Friedrich Schiller · Die Künstler
  43. 1797

    Den Dank, Dame, begehr ich nicht.

    Friedrich Schiller · Der Handschuh
  44. 1798

    Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.

    Johann Wolfgang von Goethe · Der Zauberlehrling
  45. 1798

    Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.

    Novalis · Blüthenstaub
  46. 1798

    Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends, ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.

    Novalis · Blüthenstaub
  47. 1798

    Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.

    Novalis · Blüthenstaub
  48. 1798

    Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.

    Friedrich Schiller · Prolog zu Wallensteins Lager
  49. 1799

    Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus wird.

    Matthias Claudius · An meinen Sohn Johannes
  50. 1799

    Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste.

    Friedrich Hölderlin · Sokrates und Alcibiades
  51. 1799

    Die Philosophie ist eigentlich Heimweh — Trieb, überall zu Hause zu sein.

    Novalis · Das allgemeine Brouillon
  52. 1799

    Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der dritte.

    Friedrich Schiller · Die Bürgschaft
  53. 1799

    Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.

    Friedrich Schiller · Die Bürgschaft
  54. 1799

    Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.

    Friedrich Schiller · Das Lied von der Glocke

1800 bis 1849 103

  1. 1801

    Die Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Wie Gertrud ihre Kinder lehrt
  2. 1803

    Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.

    Friedrich Hölderlin · Patmos
  3. 1803

    Was bleibet aber, stiften die Dichter.

    Friedrich Hölderlin · Andenken
  4. 1804

    Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

    Friedrich Schiller · Wilhelm Tell
  5. 1804

    Früh übt sich, was ein Meister werden will.

    Friedrich Schiller · Wilhelm Tell
  6. 1805

    Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.

    Friedrich Hölderlin · Hälfte des Lebens
  7. 1805

    Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?

    Friedrich Hölderlin · Hälfte des Lebens
  8. 1808

    Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.

    Johann Wolfgang von Goethe · Faust. Eine Tragödie
  9. 1808

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie Und grün des Lebens goldner Baum.

    Johann Wolfgang von Goethe · Faust. Eine Tragödie
  10. 1808

    Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

    Johann Wolfgang von Goethe · Faust. Eine Tragödie
  11. 1808

    Es irrt der Mensch, solang er strebt.

    Johann Wolfgang von Goethe · Faust. Eine Tragödie
  12. 1808

    Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann das eine für das andere greifen.

    Heinrich von Kleist · Penthesilea
  13. 1810

    Da steht im Wald geschrieben, Ein stilles, ernstes Wort Von rechtem Tun und Lieben, Und was des Menschen Hort.

    Joseph von Eichendorff · Abschied
  14. 1810

    Wer hat dich, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, Solang noch mein' Stimm' erschallt.

    Joseph von Eichendorff · Der Jäger Abschied
  15. 1810

    O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald, Du meiner Lust und Wehen Andächtger Aufenthalt!

    Joseph von Eichendorff · Abschied
  16. 1810

    Mithin müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? — Allerdings; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.

    Heinrich von Kleist · Über das Marionettentheater
  17. 1810

    Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.

    Heinrich von Kleist · Über das Marionettentheater
  18. 1811

    Die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war.

    Heinrich von Kleist · Abschiedsbrief an Marie von Kleist
  19. 1812

    Eines Morgens wachte ich auf und fand mich berühmt.

    Lord Byron · Brief an Thomas Moore (über Moore-Biographie) · aus dem Englischen
  20. 1813

    Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.

    Jane Austen · Pride and Prejudice · aus dem Englischen
  21. 1813

    In einem kühlen Grunde Da geht ein Mühlenrad, Meine Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.

    Joseph von Eichendorff · Das zerbrochene Ringlein
  22. 1815

    Kein Reiz kommt der Zärtlichkeit des Herzens gleich.

    Jane Austen · Emma · aus dem Englischen
  23. 1815

    Sie wandelt in Schönheit, gleich der Nacht wolkenloser Himmel und sternenklarer Räume.

    Lord Byron · Hebrew Melodies · aus dem Englischen
  24. 1815

    So reich geschmückt ist Roß und Weib, So wunderschön der junge Leib, Jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei! Du bist die Hexe Loreley.

    Joseph von Eichendorff · Waldgespräch
  25. 1815

    Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut'ger Augen lichter Schein;

    Joseph von Eichendorff · Frische Fahrt
  26. 1815

    Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind!

    Joseph von Eichendorff · Frische Fahrt
  27. 1815

    Du kennst mich wohl – von hohem Stein, Schaut still mein Schloß tief in den Rhein. Es ist schon spät, es wird schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!

    Joseph von Eichendorff · Waldgespräch
  28. 1815

    Es ist schon spät, es wird schon kalt, Was reitst du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ dich heim!

    Joseph von Eichendorff · Waldgespräch
  29. 1817

    Freundschaft ist gewiss der feinste Balsam für die Schmerzen enttäuschter Liebe.

    Jane Austen · Northanger Abbey · aus dem Englischen
  30. 1817

    Wer, ob Herr oder Dame, an einem guten Roman keine Freude hat, muss unerträglich dumm sein.

    Jane Austen · Northanger Abbey · aus dem Englischen
  31. 1818

    Lernt aus meiner Geschichte, wenn nicht durch meine Worte, dann durch mein Beispiel, wie gefährlich der Erwerb von Wissen ist.

    Mary Shelley · Frankenstein; or, The Modern Prometheus · aus dem Englischen
  32. 1818

    Ich, der elende und verlassene, bin eine Missgeburt, dazu da, beschimpft, getreten und niedergetrampelt zu werden.

    Mary Shelley · Frankenstein; or, The Modern Prometheus · aus dem Englischen
  33. 1818

    Nichts ist für den menschlichen Geist schmerzhafter als ein großer und plötzlicher Wandel.

    Mary Shelley · Frankenstein; or, The Modern Prometheus · aus dem Englischen
  34. 1819

    Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Kinderlehre der Wohnstube
  35. 1819

    So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.

    Arthur Schopenhauer · Die Welt als Wille und Vorstellung
  36. 1819

    Die Welt ist meine Vorstellung.

    Arthur Schopenhauer · Die Welt als Wille und Vorstellung
  37. 1821

    Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein!

    Heinrich von Kleist · Prinz Friedrich von Homburg
  38. 1822

    Die Schönheit ist nichts als das Versprechen des Glücks.

    Stendhal · De l'amour · aus dem Französischen
  39. 1823

    Die Wahrheit ist immer seltsam — seltsamer als jede Fiktion.

    Lord Byron · Don Juan · aus dem Englischen
  40. 1823

    Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

    Heinrich Heine · Almansor
  41. 1823

    Voll Verdienst, doch dichterisch wohnet Der Mensch auf dieser Erde.

    Friedrich Hölderlin · In lieblicher Bläue
  42. 1826

    Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt.

    Joseph von Eichendorff · Aus dem Leben eines Taugenichts (Der frohe Wandersmann)
  43. 1826

    Düfte sind die Gefühle der Blumen.

    Heinrich Heine · Die Harzreise
  44. 1826

    Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe.

    Johann Heinrich Pestalozzi · Pestalozzis Schwanengesang
  45. 1827

    Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion.

    Johann Wolfgang von Goethe · Zahme Xenien IX
  46. 1827

    Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Mährchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

    Heinrich Heine · Buch der Lieder
  47. 1830

    Ein Roman ist ein Spiegel, den man auf einem Weg entlang trägt.

    Stendhal · Le Rouge et le Noir · aus dem Französischen
  48. 1834

    Friede den Hütten! Krieg den Palästen!

    Georg Büchner · Der Hessische Landbote
  49. 1834

    Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.

    Georg Büchner · Der Hessische Landbote
  50. 1834

    In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.

    Georg Büchner · Der Hessische Landbote
  51. 1834

    Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.

    Joseph von Eichendorff · Sehnsucht
  52. 1834

    Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land.

    Joseph von Eichendorff · Sehnsucht
  53. 1834

    Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner.

    Heinrich Heine · Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland
  54. 1835

    Jetzt zwischen uns beiden!

    Honoré de Balzac · Le Père Goriot · aus dem Französischen
  55. 1835

    Das Geheimnis großer Vermögen ohne erkennbare Ursache ist ein vergessenes Verbrechen — weil es sauber begangen wurde.

    Honoré de Balzac · Le Père Goriot · aus dem Französischen
  56. 1835

    Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst, — die Schwerter, mit denen Geister kämpfen!

    Georg Büchner · Dantons Tod
  57. 1835

    Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?

    Georg Büchner · Dantons Tod
  58. 1835

    Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.

    Joseph von Eichendorff · Wünschelrute
  59. 1836

    Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.

    Ralph Waldo Emerson · Nature · aus dem Englischen
  60. 1836

    Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.

    Ralph Waldo Emerson · Nature · aus dem Englischen
  61. 1837

    Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.

    Georg Büchner · Woyzeck
  62. 1837

    Aus der Heimat hinter den Blitzen rot Da kommen die Wolken her, Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich dort keiner mehr.

    Joseph von Eichendorff · In der Fremde
  63. 1837

    Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nur träumen müßt.

    Joseph von Eichendorff · Mondnacht
  64. 1837

    Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.

    Joseph von Eichendorff · Mondnacht
  65. 1837

    Komm, Trost der Welt, du stille Nacht! Wie steigst du von den Bergen sacht, Die Lüfte alle schlafen, Ein Schiffer nur noch, wandermüd, Singt übers Meer sein Abendlied Zu Gottes Lob im Hafen.

    Joseph von Eichendorff · Der Einsiedler
  66. 1837

    Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.

    Ralph Waldo Emerson · The American Scholar · aus dem Englischen
  67. 1838

    Der Bürokrat ist allmächtig in Frankreich; außerdem ist er kaum versetzbar.

    Honoré de Balzac · Les Employés · aus dem Französischen
  68. 1839

    Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.

    Arthur Schopenhauer · Über die Freiheit des menschlichen Willens
  69. 1841

    Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.

    Ralph Waldo Emerson · Self-Reliance · aus dem Englischen
  70. 1841

    Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.

    Ralph Waldo Emerson · Self-Reliance · aus dem Englischen
  71. 1841

    Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.

    Ralph Waldo Emerson · Friendship · aus dem Englischen
  72. 1841

    Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.

    Ralph Waldo Emerson · Self-Reliance · aus dem Englischen
  73. 1841

    Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.

    Ralph Waldo Emerson · Self-Reliance · aus dem Englischen
  74. 1841

    Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.

    Ralph Waldo Emerson · Circles · aus dem Englischen
  75. 1841

    Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.

    Ralph Waldo Emerson · Heroism · aus dem Englischen
  76. 1841

    Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.

    Ralph Waldo Emerson · Self-Reliance · aus dem Englischen
  77. 1842

    Wär ich ein Mann doch mindestens nur, so würde der Himmel mir raten;

    Annette von Droste-Hülshoff · Am Thurme
  78. 1842

    Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt, als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage?

    Annette von Droste-Hülshoff · Der Knabe im Moor
  79. 1842

    O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn

    Annette von Droste-Hülshoff · Der Knabe im Moor
  80. 1842

    Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran, als woll es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen

    Annette von Droste-Hülshoff · Der Knabe im Moor
  81. 1842

    Vor dem Essen stören die Gedanken des Magens die Gedanken der Seele, indessen läßt man nicht gerne diesen innern Zustand innewerden, sondern bemäntelt ihn mit langsamen Worten über gleichgültige Gegenstände.

    Jeremias Gotthelf · Die schwarze Spinne
  82. 1842

    Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.

    Jeremias Gotthelf · Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schützenverein
  83. 1843

    Das wahre Glück des Menschen ist eine zarte Blume; tausenderlei Ungeziefer umschwirret sie; ein unreiner Hauch tödtet sie.

    Jeremias Gotthelf · Geld und Geist oder die Versöhnung
  84. 1843

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

    Heinrich Heine · Nachtgedanken
  85. 1843

    Ein Dichter ist ein unglücklicher Mensch, der ein tiefes Leid in sich trägt, und dessen Lippen so geformt sind, daß die Seufzer als schöne Musik herauskommen.

    Søren Kierkegaard · Entweder-Oder
  86. 1843

    Heirate, und du wirst es bereuen; heirate nicht, und du wirst es auch bereuen.

    Søren Kierkegaard · Entweder-Oder
  87. 1843

    Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.

    Søren Kierkegaard · Tagebücher
  88. 1843

    Glauben heißt, gerade das Paradox annehmen, das die Existenz ist.

    Søren Kierkegaard · Furcht und Zittern
  89. 1844

    Ach, alles trägt man leicht, ist man nur jung, Nur jung noch und gesund!

    Annette von Droste-Hülshoff · Nach fünfzehn Jahren
  90. 1844

    So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!

    Annette von Droste-Hülshoff · An ***
  91. 1844

    Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.

    Ralph Waldo Emerson · Experience · aus dem Englischen
  92. 1844

    Im düstern Auge keine Träne, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne.

    Heinrich Heine · Die schlesischen Weber
  93. 1844

    Deutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch — Wir weben, wir weben!

    Heinrich Heine · Die schlesischen Weber
  94. 1844

    Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

    Karl Marx · Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
  95. 1845

    Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.

    Karl Marx · Thesen über Feuerbach
  96. 1845

    Sprach der Rabe: „Nimmermehr."

    Edgar Allan Poe · The Raven · aus dem Englischen
  97. 1846

    Der Tod einer schönen Frau ist also unzweifelhaft das poetischste Thema der Welt.

    Edgar Allan Poe · The Philosophy of Composition · aus dem Englischen
  98. 1848

    Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.

    Karl Marx · Manifest der Kommunistischen Partei
  99. 1848

    Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen.

    Theodor Storm · Oktoberlied
  100. 1848

    Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden!

    Theodor Storm · Oktoberlied
  101. 1848

    Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich!

    Theodor Storm · Oktoberlied
  102. 1849

    Alles, was wir sehen oder scheinen, ist nur ein Traum in einem Traum.

    Edgar Allan Poe · A Dream Within a Dream · aus dem Englischen
  103. 1849

    Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.

    Henry David Thoreau · Resistance to Civil Government · aus dem Englischen

1850 bis 1899 92

  1. 1850

    Was ich des Tags mit der Leier verdien', das geht des Nachts wieder alles dahin!

    Jeremias Gotthelf · Die Käserei in der Vehfreude
  2. 1851

    Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.

    Arthur Schopenhauer · Parerga und Paralipomena
  3. 1851

    Am grauen Strand, am grauen Meer Und seitab liegt die Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer Eintönig um die Stadt.

    Theodor Storm · Die Stadt
  4. 1851

    Doch hängt mein ganzes Herz an dir, Du graue Stadt am Meer; Der Jugend Zauber für und für Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir, Du graue Stadt am Meer.

    Theodor Storm · Die Stadt
  5. 1851

    Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai Kein Vogel ohn' Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei, Am Strande weht das Gras.

    Theodor Storm · Die Stadt
  6. 1852

    Tausend Dinge schreiten voran, neunhundertneunundneunzig weichen zurück: das ist der Fortschritt.

    Henri-Frédéric Amiel · Journal intime · aus dem Französischen
  7. 1852

    Jede Landschaft ist ein Zustand der Seele.

    Henri-Frédéric Amiel · Journal intime · aus dem Französischen
  8. 1852

    Altern zu können ist das Meisterwerk der Weisheit und eines der schwierigsten Kapitel der großen Kunst zu leben.

    Henri-Frédéric Amiel · Journal intime · aus dem Französischen
  9. 1852

    Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.

    Jeremias Gotthelf · Zeitgeist und Berner Geist
  10. 1854

    Wenn mir jemand bewiese, dass Christus außerhalb der Wahrheit steht, und es tatsächlich so wäre, dass die Wahrheit außerhalb Christi steht, dann möchte ich lieber bei Christus bleiben als bei der Wahrheit.

    Fjodor Dostojewski · Brief an Natalja Fonwisina · aus dem Russischen
  11. 1854

    Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.

    Henry David Thoreau · Walden; or, Life in the Woods · aus dem Englischen
  12. 1854

    Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.

    Henry David Thoreau · Walden; or, Life in the Woods · aus dem Englischen
  13. 1854

    Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.

    Henry David Thoreau · Walden; or, Life in the Woods · aus dem Englischen
  14. 1855

    Ich feiere mich selbst und singe mich selbst, und was ich annehme, sollt ihr annehmen, denn jedes Atom, das mir gehört, gehört genauso euch.

    Walt Whitman · Leaves of Grass (Song of Myself) · aus dem Englischen
  15. 1855

    Widerspreche ich mir selbst? Sehr gut, dann widerspreche ich mir selbst, (ich bin groß, ich enthalte Vielfaches.)

    Walt Whitman · Leaves of Grass (Song of Myself) · aus dem Englischen
  16. 1856

    Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf.

    Heinrich Heine · Letzte Worte
  17. 1860

    Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.

    Annette von Droste-Hülshoff · An meine Mutter
  18. 1860

    Achte jedes Mannes Vaterland, doch das deinige liebe!

    Gottfried Keller · Das Fähnlein der sieben Aufrechten
  19. 1860

    Widersteht viel, gehorcht wenig.

    Walt Whitman · Leaves of Grass (To the States) · aus dem Englischen
  20. 1861

    Weil ich nicht halten konnte für den Tod — hielt er, freundlich, für mich an —

    Emily Dickinson · Poems · aus dem Englischen
  21. 1861

    „Hoffnung" ist das Ding mit Federn — das in der Seele sitzt — und die Melodie ohne Worte singt — und nie aufhört — gar nicht —

    Emily Dickinson · Poems · aus dem Englischen
  22. 1861

    Ich bin Niemand! Wer bist du? Bist du — Niemand — auch?

    Emily Dickinson · Poems · aus dem Englischen
  23. 1861

    Sag die ganze Wahrheit, aber sag sie schräg — der Erfolg liegt im Umweg

    Emily Dickinson · Poems · aus dem Englischen
  24. 1862

    Aber in der unendlichen Menge so vieler anderer Hingaben, von denen die meisten obskur geblieben oder unbemerkt sind, wie viele blieben mehr oder weniger fruchtlos, weil sie isoliert waren und nicht von kollektiven und organisierten Sympathien getragen wurden!

    Henri Dunant · Un souvenir de Solférino · aus dem Französischen
  25. 1862

    Wäre es bei außerordentlichen Gelegenheiten — wie jenen, die etwa in Köln oder Châlons Fürsten der Kriegskunst verschiedener Nationalitäten zusammenführen — nicht wünschenswert, dass sie eine solche Art von Kongress nutzten, um irgendein internationales, konventionelles und heiliges Prinzip zu formulieren, das, einmal vereinbart und ratifiziert, als Grundlage für Hilfsgesellschaften für die Verwundeten in den verschiedenen Ländern Europas diente?

    Henri Dunant · Un souvenir de Solférino · aus dem Französischen
  26. 1862

    Wäre es nicht möglich, in Zeiten des Friedens und der Ruhe Hilfsgesellschaften zu gründen, deren Zweck es wäre, die Verwundeten in Kriegszeiten von eifrigen, hingebungsvollen und gut qualifizierten Freiwilligen pflegen zu lassen?

    Henri Dunant · Un souvenir de Solférino · aus dem Französischen
  27. 1865

    O Kapitän! mein Kapitän! unsere schreckliche Fahrt ist vorbei, das Schiff hat jeden Sturm überstanden, der Preis ist errungen

    Walt Whitman · Leaves of Grass (Memories of President Lincoln) · aus dem Englischen
  28. 1869

    Schönheit wird die Welt retten.

    Fjodor Dostojewski · Der Idiot · aus dem Russischen
  29. 1869

    Travel is fatal to prejudice, bigotry and narrow-mindedness, and many of our people need it sorely on these accounts.

    Mark Twain · The Innocents Abroad
  30. 1871

    Ich bin kein ausgeklügelt Buch, / Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.

    Conrad Ferdinand Meyer · Huttens letzte Tage
  31. 1871

    Nur die Sonne ist ewig jung, sie allein ist ewig schön.

    Conrad Ferdinand Meyer · Huttens letzte Tage
  32. 1872

    Das Gute — dieser Satz steht fest — ist stets das Böse, was man läßt.

    Wilhelm Busch · Die fromme Helene
  33. 1872

    Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

    Wilhelm Busch · Die fromme Helene
  34. 1876

    Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.

    Friedrich Engels · Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen
  35. 1876

    He had discovered a great law of human action, without knowing it—namely, that in order to make a man or a boy covet a thing, it is only necessary to make the thing difficult to attain.

    Mark Twain · The Adventures of Tom Sawyer
  36. 1876

    Work consists of whatever a body is obliged to do, and Play consists of whatever a body is not obliged to do.

    Mark Twain · The Adventures of Tom Sawyer
  37. 1877

    Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.

    Wilhelm Busch · Julchen
  38. 1878

    Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

    Friedrich Engels · Anti-Dühring
  39. 1878

    Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.

    Friedrich Engels · Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring)
  40. 1880

    Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.

    Fjodor Dostojewski · Die Brüder Karamasow · aus dem Russischen
  41. 1880

    Die einfachsten Wahrheiten sind die, zu denen der Mensch zuletzt kommt.

    Marie von Ebner-Eschenbach · Aphorismen
  42. 1880

    Geistreich sein wollen ist oft eine größere Strafe, als geistlos sein.

    Marie von Ebner-Eschenbach · Aphorismen
  43. 1880

    Wer nichts weiß, muß alles glauben.

    Marie von Ebner-Eschenbach · Aphorismen
  44. 1880

    Mit dem Talente ist es wie mit dem Glück: man muß es haben.

    Marie von Ebner-Eschenbach · Aphorismen
  45. 1880

    Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.

    Gottfried Keller · Briefe
  46. 1880

    A gifted person ought to learn English (barring spelling and pronouncing) in thirty hours, French in thirty days, and German in thirty years.

    Mark Twain · A Tramp Abroad
  47. 1880

    Wo der Fußweg anfängt, beginnt bald Heideland mit dem kurzen Gras und den kräftigen Bergkräutern dem Kommenden entgegenzuduften.

    Johanna Spyri · Heidis Lehr- und Wanderjahre
  48. 1880

    ...wie die Sonne den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu...

    Johanna Spyri · Heidis Lehr- und Wanderjahre
  49. 1880

    ...es fing stärker an zu rauschen in den alten Tannen, ein mächtiger Wind fuhr daher und sauste und brauste durch die dichten Wipfel...

    Johanna Spyri · Heidis Lehr- und Wanderjahre
  50. 1880

    In den alten Tannen war es nun ganz still und auf allen Ästen lag der weiße Schnee und in dem Sonnenschein schimmerte und funkelte es überall.

    Johanna Spyri · Heidis Lehr- und Wanderjahre
  51. 1881

    Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.

    Friedrich Nietzsche · Morgenröte
  52. 1882

    Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.

    Wilhelm Busch · Der Maulwurf
  53. 1882

    Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht.

    Conrad Ferdinand Meyer · Gedichte
  54. 1882

    Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

    Friedrich Nietzsche · Die fröhliche Wissenschaft
  55. 1882

    Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

    Friedrich Nietzsche · Die fröhliche Wissenschaft
  56. 1883

    Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluss der Welt!

    Gottfried Keller · Gesammelte Gedichte
  57. 1883

    Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

    Gottfried Keller · Gesammelte Gedichte
  58. 1883

    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

    Friedrich Nietzsche · Also sprach Zarathustra
  59. 1885

    I was a-trembling, because I'd got to decide, forever, betwixt two things, and I knowed it. I studied a minute, sort of holding my breath, and then says to myself, 'All right, then, I'll go to hell.'

    Mark Twain · Adventures of Huckleberry Finn
  60. 1885

    I reckon I got to light out for the Territory ahead of the rest, because Aunt Sally she's going to adopt me and sivilize me and I can't stand it.

    Mark Twain · Adventures of Huckleberry Finn
  61. 1885

    Persons attempting to find a motive in this narrative will be prosecuted; persons attempting to find a moral in it will be banished; persons attempting to find a plot in it will be shot.

    Mark Twain · Adventures of Huckleberry Finn
  62. 1886

    Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

    Friedrich Nietzsche · Nachgelassene Fragmente
  63. 1886

    Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

    Friedrich Nietzsche · Jenseits von Gut und Böse
  64. 1887

    Die Mutter klagt — hörst du es? Erzürne sie nicht länger!

    Giachen Caspar Muoth · Al pievel romontsch · aus dem Rätoromanischen
  65. 1887

    Steh auf, wehre dich, Romane, für die Bündner Sprache, lass nicht absichtlich deine Gabe begraben!

    Giachen Caspar Muoth · Al pievel romontsch · aus dem Rätoromanischen
  66. 1887

    Steh auf, verteidige, Romane, deine alte Sprache, fordere Achtung für dein Denken!

    Giachen Caspar Muoth · Al pievel romontsch · aus dem Rätoromanischen
  67. 1887

    Steh auf, Engadiner, steh auf, du Sut- und Surselver, halte stets in Ehren deine romanische Sprache!

    Giachen Caspar Muoth · Al pievel romontsch · aus dem Rätoromanischen
  68. 1889

    Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.

    Theodor Fontane · Ausgang
  69. 1889

    Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand.

    Theodor Fontane · Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
  70. 1889

    Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.

    Theodor Fontane · Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
  71. 1889

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

    Friedrich Nietzsche · Götzen-Dämmerung
  72. 1889

    Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?

    Friedrich Nietzsche · Götzen-Dämmerung
  73. 1889

    Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

    Friedrich Nietzsche · Götzen-Dämmerung
  74. 1889

    Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

    Bertha von Suttner · Die Waffen nieder!
  75. 1889

    Ich habe es zu früh erkannt, daß der Schlachteneifer nichts Übermenschliches, sondern – Untermenschliches ist; keine mystische Offenbarung aus dem Reiche Luzifers, sondern eine Reminiscenz aus dem Reiche der Tierheit - ein Wiedererwachen der Bestialität.

    Bertha von Suttner · Die Waffen nieder!
  76. 1889

    Wenn im ersten Akt auf der Bühne ein Gewehr an der Wand hängt, muss es im letzten Akt losgehen.

    Anton Tschechow · Brief an S. S. Lazarew-Gruzinski · aus dem Russischen
  77. 1889

    Kürze ist die Schwester des Talents.

    Anton Tschechow · Brief an Alexander Tschechow · aus dem Russischen
  78. 1890

    Ich wünsche zu Grabe getragen zu werden wie ein Hund, ohne eine einzige von euren Zeremonien.

    Henri Dunant · Brief an Wilhelm Sonderegger
  79. 1891

    Du bist ein alter, frommer Einsiedler, der still sitzt und träumt.

    Selma Lagerlöf · Gösta Berlings saga · aus dem Schwedischen
  80. 1891

    Endlich stand der Pfarrer auf der Kanzel.

    Selma Lagerlöf · Gösta Berlings saga · aus dem Schwedischen
  81. 1891

    Eine strenge und tüchtige Frau ist sie, die Majorin auf Ekeby.

    Selma Lagerlöf · Gösta Berlings saga · aus dem Schwedischen
  82. 1891

    Leben ist das Seltenste auf der Welt. Die meisten Menschen existieren, das ist alles.

    Oscar Wilde · The Soul of Man under Socialism · aus dem Englischen
  83. 1892

    Ein Zyniker ist ein Mensch, der von allem den Preis kennt und von nichts den Wert.

    Oscar Wilde · Lady Windermere's Fan · aus dem Englischen
  84. 1892

    Wir liegen alle im Rinnstein, aber manche von uns schauen nach den Sternen.

    Oscar Wilde · Lady Windermere's Fan · aus dem Englischen
  85. 1892

    Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.

    Oscar Wilde · Lady Windermere's Fan · aus dem Englischen
  86. 1895

    Das ist ein weites Feld.

    Theodor Fontane · Effi Briest
  87. 1895

    Die Wahrheit ist selten rein und nie einfach.

    Oscar Wilde · The Importance of Being Earnest · aus dem Englischen
  88. 1897

    Prosperity is the best protector of principle.

    Mark Twain · Following the Equator
  89. 1897

    When in doubt, tell the truth.

    Mark Twain · Following the Equator
  90. 1897

    Im Menschen muss alles schön sein: das Gesicht, die Kleidung, die Seele und die Gedanken.

    Anton Tschechow · Дядя Ваня · aus dem Russischen
  91. 1897

    Wir werden ruhen!

    Anton Tschechow · Дядя Ваня · aus dem Russischen
  92. 1898

    Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.

    Theodor Fontane · Der Stechlin

20. Jahrhundert 56

  1. 1900

    Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben.

    Sigmund Freud · Die Traumdeutung
  2. 1901

    We have debauched America's honor and blackened her face before the world; but each detail was for the best.

    Mark Twain · To the Person Sitting in Darkness
  3. 1902

    Ich will in das Grenzenlose zu mir zurück.

    Else Lasker-Schüler · Weltflucht
  4. 1903

    Werke der Kunst sind von einer unendlichen Einsamkeit und mit nichts so wenig erreichbar als mit Kritik.

    Rainer Maria Rilke · Briefe an einen jungen Dichter
  5. 1907

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält.

    Rainer Maria Rilke · Der Panther
  6. 1907

    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Rainer Maria Rilke · Der Panther
  7. 1908

    Du mußt dein Leben ändern.

    Rainer Maria Rilke · Der neuen Gedichte anderer Teil
  8. 1909

    Man lebt nicht einmal einmal.

    Karl Kraus · Sprüche und Widersprüche
  9. 1909

    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

    Karl Kraus · Sprüche und Widersprüche
  10. 1909

    Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles.

    Rainer Maria Rilke · Requiem für Wolf Graf von Kalckreuth
  11. 1909

    Es ist erstaunlich, wie sehr man ein solches Buch als Freund empfindet - wie man ihm alles sagen und klagen kann, wie man über seine Blätter die Tränen weinen kann, die man den anderen, besonders einem geliebten Kranken, verbergen muss.

    Bertha von Suttner · Memoiren
  12. 1909

    Lampenfieber ist eine Begleiterscheinung der Eitelkeit, eine zitternde Frage an das Schicksal: wie werde ich gefallen?, mit dem ganzen Nachdruck auf der Silbe «ich».

    Bertha von Suttner · Memoiren
  13. 1910

    Deine Seele, die die meine liebet, Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

    Else Lasker-Schüler · Ein alter Tibetteppich
  14. 1912

    Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.

    Karl Kraus · Pro domo et mundo
  15. 1913

    Weder Italiener noch Deutsche! Rätoromanen wollen wir bleiben!

    Peider Lansel · Ni Italians, ni Tudais-chs! · aus dem Rätoromanischen
  16. 1914

    Eine Ausnahmegunst des Schicksals hat uns gestattet bei dem fürchterlichen Trauerspiel, das sich gegenwärtig in Europa abwickelt, im Zuschauerraum zu sitzen — nehmen wir den Hut ab.

    Carl Spitteler · Unser Schweizer Standpunkt
  17. 1914

    Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.

    Carl Spitteler · Unser Schweizer Standpunkt
  18. 1914

    Wollen wir oder wollen wir nicht ein schweizerischer Staat bleiben, der dem Auslande gegenüber eine politische Einheit darstellt?

    Carl Spitteler · Unser Schweizer Standpunkt
  19. 1916

    Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.

    Rosa Luxemburg · Die Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)
  20. 1916

    Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott am Menschen noch nicht verzagt ist.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  21. 1916

    Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  22. 1916

    Gott findet sich selbst, indem er erschafft.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  23. 1916

    Wir kommen dem Großen am nächsten, wenn wir groß in Demut sind.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  24. 1916

    Dies sei mein letztes Wort, dass ich deiner Liebe vertraue.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  25. 1916

    Der Mensch geht in die laute Menge, um den Lärm seiner eigenen Stille zu übertönen.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  26. 1916

    Wir lesen die Welt falsch und sagen dann, sie täusche uns.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  27. 1916

    Wenn du Tränen vergießt, weil dir die Sonne fehlt, verfehlst du auch die Sterne.

    Rabindranath Tagore · Stray Birds · aus dem Englischen
  28. 1917

    Die Selbstliebe der Menschheit hat im Laufe der Zeiten drei schwere Kränkungen erfahren.

    Sigmund Freud · Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse
  29. 1917

    Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.

    Edith Stein · Zum Problem der Einfühlung
  30. 1918

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

    Rosa Luxemburg · Die Russische Revolution
  31. 1919

    Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."

    Rosa Luxemburg · Die Rote Fahne
  32. 1922

    Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte, weil kein Wind sie anbläst!

    Jeremias Gotthelf · Sämtliche Werke
  33. 1923

    Dem alten Wald, der nach und nach zerfällt, gleicht sehr auch unsere bewährte Sprache, die aus dem einst so weiten Raum in heute enge Grenzen zurückgedrängt ist. Wenn die Romanen nicht alle ihre Pflicht tun, geht es mit ihr zu Ende wie mit Tamangur.

    Peider Lansel · Tamangur · aus dem Rätoromanischen
  34. 1923

    O Lord our God, help us to tear their soldiers to bloody shreds with our shells; help us to cover their smiling fields with the pale forms of their patriot dead…

    Mark Twain · The War Prayer
  35. 1923

    Ein Mal jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch ein Mal. Nie wieder. Aber dieses ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal: irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

    Rainer Maria Rilke · Duineser Elegien
  36. 1925

    Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.

    Rainer Maria Rilke · Brief an Witold von Hulewicz
  37. 1929

    In den meisten Zeiten der Geschichte war Anonym eine Frau.

    Virginia Woolf · A Room of One's Own · aus dem Englischen
  38. 1929

    Schließt eure Bibliotheken ab, wenn ihr wollt; aber es gibt kein Tor, kein Schloss, keinen Riegel, den ihr der Freiheit meines Geistes auferlegen könntet.

    Virginia Woolf · A Room of One's Own · aus dem Englischen
  39. 1929

    Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Romane schreiben will.

    Virginia Woolf · A Room of One's Own · aus dem Englischen
  40. 1930

    Vielleicht ist es so, dass auch das Wunder eine Vernunft hat.

    Joseph Roth · Hiob — Roman eines einfachen Mannes
  41. 1931

    Die menschliche Dummheit ist international.

    Kurt Tucholsky · Die Weltbühne
  42. 1931

    Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.

    Kurt Tucholsky · Die Weltbühne
  43. 1931

    Schulreform ohne Gesellschaftsreform ist ein Unding.

    Kurt Tucholsky · Die Weltbühne
  44. 1931

    Soldaten sind Mörder.

    Kurt Tucholsky · Die Weltbühne
  45. 1931

    Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

    Kurt Tucholsky · Die Weltbühne
  46. 1933

    Ein Gelehrter in einem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker, er steht auch vor den Naturvorgängen wie ein Kind vor einer Märchenwelt.

    Marie Curie · Rede in Madrid
  47. 1933

    Wo Es war, soll Ich werden.

    Sigmund Freud · Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse
  48. 1938

    Wohin soll ich denn, ich, ein Trotta?

    Joseph Roth · Die Kapuzinergruft
  49. 1938

    Es war eine gute Zeit, ich sage es, ohne dass ich der besseren nachweine.

    Joseph Roth · Die Kapuzinergruft
  50. 1939

    Nur wenn der Dichter sich selbst treu bleibt, kann die Empfindung zur Dichtung erblühen.

    Peider Lansel · Fideltà · aus dem Rätoromanischen
  51. 1940

    Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.

    Walter Benjamin · Über den Begriff der Geschichte
  52. 1940

    Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.

    Walter Benjamin · Über den Begriff der Geschichte
  53. 1940

    Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.

    Walter Benjamin · Über den Begriff der Geschichte
  54. 1942

    Komm, wir gehen für unser Volk.

    Edith Stein · Mündlich überliefert, Echt (Niederlande), 2. August 1942
  55. 1943

    Ich habe zu Hause ein blaues Klavier und kenne doch keine Note.

    Else Lasker-Schüler · Mein blaues Klavier
  56. 1950

    Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

    Edith Stein · Endliches und ewiges Sein