Technik

Zitare zum Lesen ist absichtlich langweilige Technik: fertige Seiten, die einfach daliegen. Diese Schlichtheit ist der Punkt — sie ist der Grund, warum der Korpus erreichbar bleibt, auch wenn anderes mal nicht erreichbar ist.

Gebaut, nicht berechnet

Die meisten Webseiten rechnet ein Server bei jedem Aufruf neu aus: Anfrage rein, Datenbank befragen, Seite zusammenbauen, zurückschicken. zitare.com macht das nicht. Der ganze Lese-Korpus — alle Zitate, Autor:innen, Themen, Regionen, Sammlungen — wird einmal zur Bauzeit zu fertigen HTML-Dateien gebacken: rund 520 Seiten, dazu 109 RSS-Feeds und ein Volltext-Index, der direkt im Browser sucht. Wer zitare.com aufruft, bekommt eine fertige Datei ausgeliefert. Kein Server rechnet die Seite aus, weil sie schon fertig ist.

Lesen ohne Server, ohne Konto, ohne Cookies

Zum Lesen gibt es keinen laufenden Applikations-Prozess, keine Session und kein Cookie. Es gibt also auch nichts, das unter Last zusammenbricht, falsch konfiguriert ist oder angegriffen werden könnte. Wenn an anderer Stelle im Verein etwas streikt — eine Datenbank hängt, der Mitmach-Teil hat einen Fehler, die KI-Maschine ist aus — liest sich zitare.com unbeirrt weiter. Im schlimmsten Fall ist die Seite minimal veraltet, nie offline.

Was einen Server braucht — und was nicht

Beitragen, Moderieren und das eigene Konto sind etwas anderes: Die laufen unter app.zitare.com als echte Anwendung mit Login, sauber getrennt vom Lese-Korpus. Diese Trennung ist Absicht. Der öffentliche Teil, den alle gleich sehen, bleibt statisch und robust; nur der persönliche, schreibende Teil bekommt einen Server.

Wie wir prüfen, ob ein Zitat wirklich so dasteht

Ein Zitat kursiert oft in mehreren Fassungen, und die griffigste ist selten die belegte. Deshalb misst ein Programm jedes deutschsprachige Zitat mit Werkangabe gegen den Volltext des Werks: Es sucht die ähnlichste Stelle und vergleicht, welcher Anteil der Wörter dort wirklich steht. Der Vergleich hat Toleranz für alte Rechtschreibung, Zeilenumbrüche und eingestreute Seitenzahlen — „Thun" und „Tun" sind dieselbe Stelle. Erfundene Zeilen fallen trotzdem auf.

Auf jeder Zitat-Seite steht das Ergebnis als Beleglage, in drei Abstufungen: gegen den Volltext des Werks geprüft, in einer Zitatsammlung wörtlich nachgewiesen, oder kein Beleg gefunden. Geprüft wird gegen Wikisource, das Deutsche Textarchiv und Wikiquote. Wo der Erstdruck im Textarchiv liegt, nennt die Beleglage ihn mit Ort und Jahr und verlinkt ihn — eine Fundstelle, keine Zuschreibung.

Zwei Einschränkungen, die dazugehören. „Kein Beleg gefunden" heisst nicht „falsch" — die geprüften Bestände sind lückenhaft, viele Werke stehen dort schlicht nicht. Es ist eine Aussage über unsere Prüfung, nicht über das Zitat. Und der Vergleich erreicht nur die deutschsprachigen Zitate mit Werkangabe; wo nichts gemessen wurde, steht auch keine Beleglage. Ein Etikett ohne Messung dahinter wäre keine Auskunft, sondern eine Andeutung.

Was ein Mensch am Volltext nachgelesen hat, sticht die Maschine: solche Belege tragen die Fundstelle und, wo unsere Fassung vom Volltext abweicht, diese Abweichung ausdrücklich mit. Sie zu kennen und zu verschweigen wäre schlimmer, als sie nicht zu kennen.

Warum uns das wichtig ist

Eine Sammlung fertiger HTML-Dateien überdauert die Software, die sie erzeugt hat. Sie lässt sich umziehen, spiegeln, archivieren und in zehn Jahren noch öffnen, ohne dass irgendeine gemietete Cloud dafür am Leben gehalten werden muss. Ein offener Korpus unter freier Lizenz ist nur dann wirklich offen, wenn er nicht daran hängt, dass jemand dauerhaft einen Server bezahlt. Statisch ausgeliefert bleibt Zitare auch dann lesbar, wenn wir es einmal nicht mehr betreiben — und im Betrieb kostet es fast nichts an Strom und Rechenzeit.

Mehr dazu

Den ausführlichen Hintergrund — als eine der strukturellen Entscheidungen des Vereins — gibt es auf mana.how. Der Quellcode liegt offen auf git.mana.how.

Korpus stöbern · Über Zitare · Lizenz

Heute · Erkunden · Autoren · Werke · Themen · Regionen · Epochen · Rollen · Sammlungen

Zitare · offener Zitate-Korpus · ein Projekt von mana

Über · Technik · Sprachen · Mitwirken · Lizenz · Datenschutz · Impressum

Weitere Nachschlagewerke von mana: arch — Architektur und Baustoffe · geburtshimmel — der Himmel an jedem Tag · kulturdaten — Besucherzahlen der Museen · ortspur — Die Geschichte eines Ortes · redequell — Redewendungen mit Beleg · sagenwelt — Mythen und Weltbilder der alten Welten · seepuls — Veranstaltungen am Bodensee · sonnemond — Sonne und Mond über deinem Horizont · speisekammer — Lebensmittel und Saison · zeitranke — historische Personen

Zitare
  • Erkunden
  • Sammlungen
  • Themen
  • Regionen
  • Suche
Anmelden Beitragen →