Technik
Zitare zum Lesen ist absichtlich langweilige Technik: fertige Seiten, die einfach daliegen. Diese Schlichtheit ist der Punkt — sie ist der Grund, warum der Korpus erreichbar bleibt, auch wenn anderes mal nicht erreichbar ist.
Gebaut, nicht berechnet
Die meisten Webseiten rechnet ein Server bei jedem Aufruf neu aus: Anfrage rein, Datenbank befragen, Seite zusammenbauen, zurückschicken. zitare.com macht das nicht. Der ganze Lese-Korpus — alle Zitate, Autor:innen, Themen, Regionen, Sammlungen — wird einmal zur Bauzeit zu fertigen HTML-Dateien gebacken: rund 520 Seiten, dazu 109 RSS-Feeds und ein Volltext-Index, der direkt im Browser sucht. Wer zitare.com aufruft, bekommt eine fertige Datei ausgeliefert. Kein Server rechnet die Seite aus, weil sie schon fertig ist.
Lesen ohne Server, ohne Konto, ohne Cookies
Zum Lesen gibt es keinen laufenden Applikations-Prozess, keine Session und kein Cookie. Es gibt also auch nichts, das unter Last zusammenbricht, falsch konfiguriert ist oder angegriffen werden könnte. Wenn an anderer Stelle im Verein etwas streikt — eine Datenbank hängt, der Mitmach-Teil hat einen Fehler, die KI-Maschine ist aus — liest sich zitare.com unbeirrt weiter. Im schlimmsten Fall ist die Seite minimal veraltet, nie offline.
Was einen Server braucht — und was nicht
Beitragen, Moderieren und das eigene Konto sind etwas anderes: Die laufen unter app.zitare.com als echte Anwendung mit Login, sauber getrennt vom Lese-Korpus. Diese Trennung ist Absicht. Der öffentliche Teil, den alle gleich sehen, bleibt statisch und robust; nur der persönliche, schreibende Teil bekommt einen Server.
Warum uns das wichtig ist
Eine Sammlung fertiger HTML-Dateien überdauert die Software, die sie erzeugt hat. Sie lässt sich umziehen, spiegeln, archivieren und in zehn Jahren noch öffnen, ohne dass irgendeine gemietete Cloud dafür am Leben gehalten werden muss. Ein offener Korpus unter freier Lizenz ist nur dann wirklich offen, wenn er nicht daran hängt, dass jemand dauerhaft einen Server bezahlt. Statisch ausgeliefert bleibt Zitare auch dann lesbar, wenn wir es einmal nicht mehr betreiben — und im Betrieb kostet es fast nichts an Strom und Rechenzeit.
Mehr dazu
Den ausführlichen Hintergrund — als eine der strukturellen Entscheidungen des Vereins — gibt es auf mana-ev.ch. Der Quellcode liegt offen auf git.mana.how.