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Deutsch

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Originale in Deutsch

Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Wir dürfen nicht hoffen, eine bessere Welt zu erbauen, ehe nicht die Individuen besser werden.

Marie Curie 1934

Nichts im Leben ist zu fürchten, es ist nur zu verstehen.

Marie Curie 1934

Ein Gelehrter in einem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker, er steht auch vor den Naturvorgängen wie ein Kind vor einer Märchenwelt.

Marie Curie 1933 ·Rede in Madrid

Haben Sie den Mut, mit Ihrem Kopf zu denken.

Marie Curie 1934

Wär ich ein Mann doch mindestens nur, so würde der Himmel mir raten;

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Am Thurme

Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.

Annette von Droste-Hülshoff 1860 ·An meine Mutter

Ach, alles trägt man leicht, ist man nur jung, Nur jung noch und gesund!

Annette von Droste-Hülshoff 1844 ·Nach fünfzehn Jahren

O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!

Annette von Droste-Hülshoff 1844 ·An ***

Ich wünsche zu Grabe getragen zu werden wie ein Hund, ohne eine einzige von euren Zeremonien.

Henri Dunant 1890 ·Brief an Wilhelm Sonderegger

Die einfachsten Wahrheiten sind die, zu denen der Mensch zuletzt kommt.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Geistreich sein wollen ist oft eine größere Strafe, als geistlos sein.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Mit dem Talente ist es wie mit dem Glück: man muß es haben.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Aus der Heimat hinter den Blitzen rot Da kommen die Wolken her, Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich dort keiner mehr.

Joseph von Eichendorff 1837 ·In der Fremde

Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land.

Joseph von Eichendorff 1834 ·Sehnsucht

Wer hat dich, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, Solang noch mein' Stimm' erschallt.

Joseph von Eichendorff 1810 ·Der Jäger Abschied

In einem kühlen Grunde Da geht ein Mühlenrad, Meine Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.

Joseph von Eichendorff 1813 ·Das zerbrochene Ringlein

Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut'ger Augen lichter Schein;

Joseph von Eichendorff 1815 ·Frische Fahrt

Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nur träumen müßt.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Mondnacht

Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff 1835 ·Wünschelrute

Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Mondnacht

O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald, Du meiner Lust und Wehen Andächtger Aufenthalt!

Joseph von Eichendorff 1810 ·Abschied

Komm, Trost der Welt, du stille Nacht! Wie steigst du von den Bergen sacht, Die Lüfte alle schlafen, Ein Schiffer nur noch, wandermüd, Singt übers Meer sein Abendlied Zu Gottes Lob im Hafen.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Der Einsiedler

Es ist schon spät, es wird schon kalt, Was reitst du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ dich heim!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Waldgespräch

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt.

Joseph von Eichendorff 1826 ·Aus dem Leben eines Taugenichts (Der frohe Wandersmann)

Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.

Friedrich Engels 1876 ·Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

Friedrich Engels 1878 ·Anti-Dühring

Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.

Friedrich Engels 1878 ·Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring)

Die Selbstliebe der Menschheit hat im Laufe der Zeiten drei schwere Kränkungen erfahren.

Sigmund Freud 1917 ·Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben.

Sigmund Freud 1900 ·Die Traumdeutung

Wo Es war, soll Ich werden.

Sigmund Freud 1933 ·Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Edel sei der Mensch, Hülfreich und gut!

Johann Wolfgang von Goethe 1783 ·Das Göttliche

Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie Und grün des Lebens goldner Baum.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion.

Johann Wolfgang von Goethe 1827 ·Zahme Xenien IX

Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.

Jeremias Gotthelf 1852 ·Zeitgeist und Berner Geist

Vor dem Essen stören die Gedanken des Magens die Gedanken der Seele, indessen läßt man nicht gerne diesen innern Zustand innewerden, sondern bemäntelt ihn mit langsamen Worten über gleichgültige Gegenstände.

Jeremias Gotthelf 1842 ·Die schwarze Spinne

Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte, weil kein Wind sie anbläst!

Jeremias Gotthelf 1922 ·Sämtliche Werke

Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.

Jeremias Gotthelf 1842 ·Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schützenverein

Was ich des Tags mit der Leier verdien', das geht des Nachts wieder alles dahin!

Jeremias Gotthelf 1850 ·Die Käserei in der Vehfreude

Das wahre Glück des Menschen ist eine zarte Blume; tausenderlei Ungeziefer umschwirret sie; ein unreiner Hauch tödtet sie.

Jeremias Gotthelf 1843 ·Geld und Geist oder die Versöhnung

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Heinrich Heine 1843 ·Nachtgedanken

Düfte sind die Gefühle der Blumen.

Heinrich Heine 1826 ·Die Harzreise

Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner.

Heinrich Heine 1834 ·Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland

Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf.

Heinrich Heine 1856 ·Letzte Worte

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Mährchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Heinrich Heine 1827 ·Buch der Lieder

Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Heinrich Heine 1823 ·Almansor

Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.

Johann Gottfried Herder 1784 ·Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.

Johann Gottfried Herder 1772 ·Abhandlung über den Ursprung der Sprache

Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.

Johann Gottfried Herder 1774 ·Auch eine Philosophie der Geschichte

Voll Verdienst, doch dichterisch wohnet Der Mensch auf dieser Erde.

Friedrich Hölderlin 1823 ·In lieblicher Bläue

Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.

Friedrich Hölderlin 1803 ·Patmos

Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste.

Friedrich Hölderlin 1799 ·Sokrates und Alcibiades

Was bleibet aber, stiften die Dichter.

Friedrich Hölderlin 1803 ·Andenken

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Immanuel Kant 1784 ·Beantwortung der Frage — Was ist Aufklärung?

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.

Immanuel Kant 1784 ·Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluss der Welt!

Gottfried Keller 1883 ·Gesammelte Gedichte

Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Gottfried Keller 1883 ·Gesammelte Gedichte

Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.

Gottfried Keller 1880 ·Briefe

Achte jedes Mannes Vaterland, doch das deinige liebe!

Gottfried Keller 1860 ·Das Fähnlein der sieben Aufrechten

Ein Dichter ist ein unglücklicher Mensch, der ein tiefes Leid in sich trägt, und dessen Lippen so geformt sind, daß die Seufzer als schöne Musik herauskommen.

Søren Kierkegaard 1843 ·Entweder-Oder

Heirate, und du wirst es bereuen; heirate nicht, und du wirst es auch bereuen.

Søren Kierkegaard 1843 ·Entweder-Oder

Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.

Søren Kierkegaard 1843 ·Tagebücher

Glauben heißt, gerade das Paradox annehmen, das die Existenz ist.

Søren Kierkegaard 1843 ·Furcht und Zittern

Man lebt nicht einmal einmal.

Karl Kraus 1909 ·Sprüche und Widersprüche

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Karl Kraus 1909 ·Sprüche und Widersprüche

Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.

Karl Kraus 1912 ·Pro domo et mundo

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier und kenne doch keine Note.

Else Lasker-Schüler 1943 ·Mein blaues Klavier

Deine Seele, die die meine liebet, Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Else Lasker-Schüler 1910 ·Ein alter Tibetteppich

Ich will in das Grenzenlose zu mir zurück.

Else Lasker-Schüler 1902 ·Weltflucht

Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Kein Mensch muß müssen.

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.

Gotthold Ephraim Lessing 1767 ·Minna von Barnhelm

Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Der Mensch ist ein Meisterstück der Schöpfung, schon deswegen, weil er bei allem Determinismus, der auf ihn drückt, dennoch glaubt, er handle als freies Wesen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Rosa Luxemburg 1918 ·Die Russische Revolution

Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."

Rosa Luxemburg 1919 ·Die Rote Fahne

Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.

Rosa Luxemburg 1916 ·Die Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)

Alle Dinge sind miteinander verflochten, und das Band ist heilig.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Bald wirst du alles vergessen haben; bald werden alle dich vergessen haben.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Die beste Rache ist, nicht zu werden wie dein Feind.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Lösche den Eindruck, ich sei gekränkt — und die Kränkung ist gelöscht.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.

Karl Marx 1848 ·Manifest der Kommunistischen Partei

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.

Karl Marx 1845 ·Thesen über Feuerbach

Die Religion ist das Opium des Volkes.

Karl Marx 1844 ·Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

Ich bin kein ausgeklügelt Buch, / Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.

Conrad Ferdinand Meyer 1871 ·Huttens letzte Tage

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht.

Conrad Ferdinand Meyer 1882 ·Gedichte

Nur die Sonne ist ewig jung, sie allein ist ewig schön.

Conrad Ferdinand Meyer 1871 ·Huttens letzte Tage

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Friedrich Nietzsche 1883 ·Also sprach Zarathustra

Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.

Friedrich Nietzsche 1881 ·Morgenröte

Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Nachgelassene Fragmente

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Jenseits von Gut und Böse

Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Die Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.

Johann Heinrich Pestalozzi 1801 ·Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen.

Johann Heinrich Pestalozzi 1781 ·Lienhard und Gertrud

Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.

Johann Heinrich Pestalozzi 1819 ·Kinderlehre der Wohnstube

Das Leben bildet.

Johann Heinrich Pestalozzi 1781 ·Lienhard und Gertrud

Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe.

Johann Heinrich Pestalozzi 1826 ·Pestalozzis Schwanengesang

Der Mittelpunkt alles Menschenverderbens ist Verhärtung des Herzens.

Johann Heinrich Pestalozzi 1783 ·Über Gesetzgebung und Kindermord

Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift.

Johann Heinrich Pestalozzi 1782 ·Ein Schweizer Blatt

Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.

Rainer Maria Rilke 1925 ·Brief an Witold von Hulewicz

Du mußt dein Leben ändern.

Rainer Maria Rilke 1908 ·Der neuen Gedichte anderer Teil

Ein Mal jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch ein Mal. Nie wieder. Aber dieses ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal: irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

Rainer Maria Rilke 1923 ·Duineser Elegien

Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles.

Rainer Maria Rilke 1909 ·Requiem für Wolf Graf von Kalckreuth

Werke der Kunst sind von einer unendlichen Einsamkeit und mit nichts so wenig erreichbar als mit Kritik.

Rainer Maria Rilke 1903 ·Briefe an einen jungen Dichter

Vielleicht ist es so, dass auch das Wunder eine Vernunft hat.

Joseph Roth 1930 ·Hiob — Roman eines einfachen Mannes

Wohin soll ich denn, ich, ein Trotta?

Joseph Roth 1938 ·Die Kapuzinergruft

Es war eine gute Zeit, ich sage es, ohne dass ich der besseren nachweine.

Joseph Roth 1938 ·Die Kapuzinergruft

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.

Friedrich Schiller 1799 ·Das Lied von der Glocke

Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.

Friedrich Schiller 1798 ·Prolog zu Wallensteins Lager

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Früh übt sich, was ein Meister werden will.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Die Würde des Menschen ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

Friedrich Schiller 1789 ·Die Künstler

Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.

Arthur Schopenhauer 1851 ·Parerga und Paralipomena

So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.

Arthur Schopenhauer 1839 ·Über die Freiheit des menschlichen Willens

Die Welt ist meine Vorstellung.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Eine Ausnahmegunst des Schicksals hat uns gestattet bei dem fürchterlichen Trauerspiel, das sich gegenwärtig in Europa abwickelt, im Zuschauerraum zu sitzen — nehmen wir den Hut ab.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Wir wollen Schweizer bleiben.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Wo der Fußweg anfängt, beginnt bald Heideland mit dem kurzen Gras und den kräftigen Bergkräutern dem Kommenden entgegenzuduften.

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

...wie die Sonne den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu...

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

...es fing stärker an zu rauschen in den alten Tannen, ein mächtiger Wind fuhr daher und sauste und brauste durch die dichten Wipfel...

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

In den alten Tannen war es nun ganz still und auf allen Ästen lag der weiße Schnee und in dem Sonnenschein schimmerte und funkelte es überall.

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.

Edith Stein 1917 ·Zum Problem der Einfühlung

Ave Crux, spes unica! Komm, gehen wir für unser Volk.

Edith Stein 1942 ·Echt-Abschiedsworte zur Schwester Rosa

Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Edith Stein 1950 ·Endliches und ewiges Sein

Du graue Stadt am Meer, Du graue Stadt am Meer, Du sollst, du sollst gepriesen sein.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden!

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

Bertha von Suttner 1889 ·Die Waffen nieder!

Es ist erstaunlich, wie sehr man ein solches Buch als Freund empfindet - wie man ihm alles sagen und klagen kann, wie man über seine Blätter die Tränen weinen kann, die man den anderen, besonders einem geliebten Kranken, verbergen muss.

Bertha von Suttner 1909 ·Memoiren

Lampenfieber ist eine Begleiterscheinung der Eitelkeit, eine zitternde Frage an das Schicksal: wie werde ich gefallen?, mit dem ganzen Nachdruck auf der Silbe «ich».

Bertha von Suttner 1909 ·Memoiren

Ich habe es zu früh erkannt, daß der Schlachteneifer nichts Übermenschliches, sondern – Untermenschliches ist; keine mystische Offenbarung aus dem Reiche Luzifers, sondern eine Reminiscenz aus dem Reiche der Tierheit - ein Wiedererwachen der Bestialität.

Bertha von Suttner 1889 ·Die Waffen nieder!

Die menschliche Dummheit ist international.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Schulreform ohne Gesellschaftsreform ist ein Unding.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Soldaten sind Mörder.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Übersetzungen in Deutsch

Der Freund ist ein zweites Selbst.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Nikomachische Ethik (1166a 31)

Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Metaphysik (A 1, 980a 21)

Der Mensch ist von Natur ein staatenbildendes Lebewesen.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Politik (1253a 2)

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Nikomachische Ethik (1098a 18)

Liebe, und tu, was du willst.

Augustinus von Hippo 407 ·In Iohannis epistulam ad Parthos tractatus

Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Nimm und lies.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Der Bürokrat ist allmächtig in Frankreich; außerdem ist er kaum versetzbar.

Honoré de Balzac 1838 ·Les Employés

Jetzt zwischen uns beiden!

Honoré de Balzac 1835 ·Le Père Goriot

Das Geheimnis großer Vermögen ohne erkennbare Ursache ist ein vergessenes Verbrechen — weil es sauber begangen wurde.

Honoré de Balzac 1835 ·Le Père Goriot

Eines Morgens wachte ich auf und fand mich berühmt.

Lord Byron 1812 ·Brief an Thomas Moore (über Moore-Biographie)

Die Wahrheit ist immer seltsam — seltsamer als jede Fiktion.

Lord Byron 1823 ·Don Juan

Sie wandelt in Schönheit, gleich der Nacht wolkenloser Himmel und sternenklarer Räume.

Lord Byron 1815 ·Hebrew Melodies

Jeder ist der Schmied seines eigenen Glücks.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Gut predigt, wer gut lebt.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Der Fleiß ist die Mutter des guten Glücks.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Wer heute fällt, kann morgen wieder aufstehen.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Die Freiheit, Sancho, ist eines der köstlichsten Geschenke, die der Himmel den Menschen gemacht hat.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

An einem Ort der Mancha, dessen Namen ich mich nicht entsinnen will, lebte vor nicht langer Zeit ein Hidalgo, einer von denen mit Lanze im Gestell, alter Tartsche, magrem Gaul und Windhund zur Jagd.

Miguel de Cervantes 1605 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha

„Welche Riesen?", fragte Sancho Pansa. „Jene da", antwortete sein Herr, „mit den langen Armen."

Miguel de Cervantes 1605 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha

Wisse, Sancho, dass kein Mensch mehr ist als ein anderer, wenn er nicht mehr tut als ein anderer.

Miguel de Cervantes 1605 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha

Es gibt kein Buch, das so schlecht wäre, dass es nicht etwas Gutes enthielte.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Die Feder ist die Zunge der Seele.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

Miguel de Cervantes 1605 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha

Sagte die Pfanne zum Kessel: Geh mir aus dem Weg, du Rußschwarze.

Miguel de Cervantes 1615 ·El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (Segunda parte)

Es schien mir, als wäre ich gleich einer Ernte tieferer Philosophie als ich es vorher gewesen war: als wäre ich aus einem Traum erwacht.

Christine de Pizan 1405 ·Le Livre de la Cité des Dames

Wenn Gott die Frau in Vortrefflichkeit geschaffen hat, dann ist sie von höchster Vortrefflichkeit.

Christine de Pizan 1405 ·Le Livre de la Cité des Dames

Wem zum Vorteil?

Marcus Tullius Cicero 80 v.Chr. ·Pro Sex. Roscio Amerino

Die Geschichte ist Zeugin der Zeiten, Licht der Wahrheit, Leben der Erinnerung, Lehrerin des Lebens, Botin der Vergangenheit.

Marcus Tullius Cicero 55 v.Chr. ·De oratore

O Zeiten, o Sitten!

Marcus Tullius Cicero 63 v.Chr. ·In Catilinam I

Das Wohl des Volkes sei das oberste Gesetz.

Marcus Tullius Cicero 50 v.Chr. ·De legibus

Die Liebe, die dem Geliebten das Wiederlieben nicht erlässt,

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

die Liebe, die die Sonne bewegt und die anderen Sterne.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Paradiso)

Ihr wurdet nicht geschaffen, wie die Tiere zu leben, sondern um Tugend und Erkenntnis zu verfolgen.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Ein Kuppler war das Buch und der, der es schrieb.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Reden wir nicht von ihnen, sondern schau und geh vorüber.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr eintretet.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Auf halbem Weg des Lebens, das wir leben, fand ich mich wieder in dunklem Wald verirrt, weil mir der rechte Pfad verloren war.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Du wirst erfahren, wie salzig das Brot der anderen schmeckt, und wie hart der Weg ist, auf fremden Treppen hinab- und hinaufzusteigen.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Paradiso)

Und von dort traten wir heraus, die Sterne wiederzusehen.

Dante Alighieri 1321 ·La Divina Commedia (Inferno)

Weil ich nicht halten konnte für den Tod — hielt er, freundlich, für mich an —

Emily Dickinson 1861 ·Poems

„Hoffnung" ist das Ding mit Federn — das in der Seele sitzt — und die Melodie ohne Worte singt — und nie aufhört — gar nicht —

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Ich bin Niemand! Wer bist du? Bist du — Niemand — auch?

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Sag die ganze Wahrheit, aber sag sie schräg — der Erfolg liegt im Umweg

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Wenn mir jemand bewiese, dass Christus außerhalb der Wahrheit steht, und es tatsächlich so wäre, dass die Wahrheit außerhalb Christi steht, dann möchte ich lieber bei Christus bleiben als bei der Wahrheit.

Fjodor Dostojewski 1854 ·Brief an Natalja Fonwisina

Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.

Fjodor Dostojewski 1880 ·Die Brüder Karamasow

Schönheit wird die Welt retten.

Fjodor Dostojewski 1869 ·Der Idiot

Aber in der unendlichen Menge so vieler anderer Hingaben, von denen die meisten obskur geblieben oder unbemerkt sind, wie viele blieben mehr oder weniger fruchtlos, weil sie isoliert waren und nicht von kollektiven und organisierten Sympathien getragen wurden!

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Wäre es bei außerordentlichen Gelegenheiten — wie jenen, die etwa in Köln oder Châlons Fürsten der Kriegskunst verschiedener Nationalitäten zusammenführen — nicht wünschenswert, dass sie eine solche Art von Kongress nutzten, um irgendein internationales, konventionelles und heiliges Prinzip zu formulieren, das, einmal vereinbart und ratifiziert, als Grundlage für Hilfsgesellschaften für die Verwundeten in den verschiedenen Ländern Europas diente?

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Wäre es nicht möglich, in Zeiten des Friedens und der Ruhe Hilfsgesellschaften zu gründen, deren Zweck es wäre, die Verwundeten in Kriegszeiten von eifrigen, hingebungsvollen und gut qualifizierten Freiwilligen pflegen zu lassen?

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Nichts kann dem Menschen so nahe sein wie Gott. Gott ist mir näher als ich mir selbst.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 10 (In diebus suis)

Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, in dem Gott mich sieht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 12 (Qui audit me)

Wer Gott für ein Ding sucht oder mit einem Ding, der sucht Gott nicht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigten (Quint)

Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.

Ralph Waldo Emerson 1837 ·The American Scholar

Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Friendship

Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Circles

Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Heroism

Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.

Ralph Waldo Emerson 1844 ·Experience

Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern die Urteile über die Dinge.

Epiktet 125 ·Encheiridion

Wir haben zwei Ohren und nur einen Mund, damit wir mehr hören und weniger reden.

Epiktet 130 ·Fragmente (überliefert bei Stobaios)

Von den Dingen liegt einiges in unserer Macht, anderes nicht in unserer Macht.

Epiktet 125 ·Encheiridion

Der Charakter ist dem Menschen sein Daimon.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 119)

In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht; wir sind und sind nicht.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 49a)

Krieg ist Vater aller Dinge und aller Könige.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 53)

Die Natur liebt es, sich zu verbergen.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 123)

Zuerst nun entstand das Chaos.

Hesiod 700 v.Chr. ·Theogonia (V. 116)

Vor die Tugend haben die unsterblichen Götter den Schweiß gesetzt.

Hesiod 700 v.Chr. ·Erga kai hemerai (V. 289-290)

Toren — sie wissen nicht, um wieviel die Hälfte mehr ist als das Ganze.

Hesiod 700 v.Chr. ·Erga kai hemerai (V. 40)

Denn der Mensch ist die kleinere Welt.

Hildegard von Bingen 1173 ·Liber divinorum operum

O edelste Lebensgrünkraft, die du in der Sonne wurzelst.

Hildegard von Bingen 1170 ·Symphonia armonie celestium revelationum

Pflücke den Tag, traue so wenig wie möglich dem nächsten.

Horaz 23 v.Chr. ·Carmina (I, 11, 8)

Ich habe ein Monument errichtet, dauerhafter als Erz.

Horaz 23 v.Chr. ·Carmina (III, 30, 1)

Staub und Schatten sind wir.

Horaz 13 v.Chr. ·Carmina (IV, 7, 16)

Wer begonnen hat, hat die Hälfte schon vollbracht: wage es zu wissen, beginne!

Horaz 20 v.Chr. ·Epistulae (I, 2, 40-41)

Wenn drei Menschen gehen, muss einer davon mein Lehrer sein.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Was dir selbst unerwünscht ist, füge auch keinem anderen zu.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Lernen und ständig darin sich üben — ist das nicht eine Freude?

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Du bist ein alter, frommer Einsiedler, der still sitzt und träumt.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Endlich stand der Pfarrer auf der Kanzel.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Eine strenge und tüchtige Frau ist sie, die Majorin auf Ekeby.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Nur wenn der Dichter sich selbst treu bleibt, kann die Empfindung zur Dichtung erblühen.

Peider Lansel 1939 ·Fideltà

Weder Italiener noch Deutsche! Rätoromanen wollen wir bleiben!

Peider Lansel 1913 ·Ni Italians, ni Tudais-chs!

Dem alten Wald, der nach und nach zerfällt, gleicht sehr auch unsere bewährte Sprache, die aus dem einst so weiten Raum in heute enge Grenzen zurückgedrängt ist. Wenn die Romanen nicht alle ihre Pflicht tun, geht es mit ihr zu Ende wie mit Tamangur.

Peider Lansel 1923 ·Tamangur

Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe: In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Daß Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Es war Brauch der Alten, das bezeugt Priscian, dass sie in den Büchern, die sie schrieben, recht dunkel sprachen.

Marie de France 1170 ·Lais (Prolog)

Wem Gott Wissen geschenkt hat und schöne Beredsamkeit, der darf nicht schweigen noch sich verbergen, sondern soll es gerne zeigen.

Marie de France 1170 ·Lais (Prolog)

Lernt aus meiner Geschichte, wenn nicht durch meine Worte, dann durch mein Beispiel, wie gefährlich der Erwerb von Wissen ist.

Mary Shelley 1818 ·Frankenstein; or, The Modern Prometheus

Ich, der elende und verlassene, bin eine Missgeburt, dazu da, beschimpft, getreten und niedergetrampelt zu werden.

Mary Shelley 1818 ·Frankenstein; or, The Modern Prometheus

Nichts ist für den menschlichen Geist schmerzhafter als ein großer und plötzlicher Wandel.

Mary Shelley 1818 ·Frankenstein; or, The Modern Prometheus

Ich habe hier nur einen Strauß fremder Blumen zusammengebunden — von Eigenem habe ich nichts als das Bindfaden-Band beigesteuert.

Michel de Montaigne 1588 ·Essais (De la phisionomie)

Die größte Sache der Welt ist, bei sich selbst sein zu können.

Michel de Montaigne 1580 ·Essais (De la solitude)

Ich male nicht das Sein, ich male das Werden.

Michel de Montaigne 1588 ·Essais (Du repentir)

Was weiß ich?

Michel de Montaigne 1580 ·Essais (Apologie de Raimond Sebond)

Die Mutter klagt — hörst du es? Erzürne sie nicht länger!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, wehre dich, Romane, für die Bündner Sprache, lass nicht absichtlich deine Gabe begraben!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, verteidige, Romane, deine alte Sprache, fordere Achtung für dein Denken!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, Engadiner, steh auf, du Sut- und Surselver, halte stets in Ehren deine romanische Sprache!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Ich ist hassenswert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Tod einer schönen Frau ist also unzweifelhaft das poetischste Thema der Welt.

Edgar Allan Poe 1846 ·The Philosophy of Composition

Alles, was wir sehen oder scheinen, ist nur ein Traum in einem Traum.

Edgar Allan Poe 1849 ·A Dream Within a Dream

Sprach der Rabe: „Nimmermehr."

Edgar Allan Poe 1845 ·The Raven

Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1782 ·Les Confessions

Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Émile, ou De l'éducation

Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Der scheint mir gleich den Göttern zu sein, der dir gegenüber sitzt und dich nahe süß sprechen hört

Sappho 580 v.Chr. ·Sappho-Fragmente (LP 31)

Manche sagen, ein Reiterheer, andere ein Fußvolk, andere eine Flotte sei auf der schwarzen Erde das Schönste — ich aber: das, was man liebt.

Sappho 580 v.Chr. ·Sappho-Fragmente (LP 16)

Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Muße ohne Bildung ist Tod und das Grab eines lebenden Menschen.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Alles, Lucilius, ist fremd; nur die Zeit gehört uns.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Leben, Lucilius, ist Kriegsdienst.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

William Shakespeare 1603 ·The Tragedy of Hamlet

Das Leben ist nur ein wandelnder Schatten, ein armer Spieler, der seine Stunde lang auf der Bühne stolziert und sich abmüht und dann nicht mehr gehört wird.

William Shakespeare 1606 ·Macbeth

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.

William Shakespeare 1603 ·The Tragedy of Hamlet

Die ganze Welt ist Bühne, und alle Männer und Frauen bloß Spieler.

William Shakespeare 1599 ·As You Like It

Kriton, dem Asklepios schulden wir noch einen Hahn; gebt ihn ihm und vergesst es nicht.

Sokrates 399 v.Chr. ·Phaidon (über Platon)

Ich weiß eins: niemand fehlt freiwillig.

Sokrates 380 v.Chr. ·Protagoras (über Platon)

Ein nicht-geprüftes Leben ist für einen Menschen nicht lebenswert.

Sokrates 399 v.Chr. ·Apologie des Sokrates (über Platon)

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Sokrates 399 v.Chr. ·Apologie des Sokrates (über Platon)

Die Schönheit ist nichts als das Versprechen des Glücks.

Stendhal 1822 ·De l'amour

Ein Roman ist ein Spiegel, den man auf einem Weg entlang trägt.

Stendhal 1830 ·Le Rouge et le Noir

Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott am Menschen noch nicht verzagt ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Gott findet sich selbst, indem er erschafft.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir kommen dem Großen am nächsten, wenn wir groß in Demut sind.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Dies sei mein letztes Wort, dass ich deiner Liebe vertraue.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Der Mensch geht in die laute Menge, um den Lärm seiner eigenen Stille zu übertönen.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir lesen die Welt falsch und sagen dann, sie täusche uns.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wenn du Tränen vergießt, weil dir die Sonne fehlt, verfehlst du auch die Sterne.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.

Henry David Thoreau 1849 ·Resistance to Civil Government

Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Die größten Wahrheiten sind die einfachsten.

Lew Tolstoi 1910

Lieben heißt, das Leben dessen zu leben, den man liebt.

Lew Tolstoi 1910

Wissen ist Werkzeug, nicht Ziel.

Lew Tolstoi 1910

Wo Liebe ist, da ist auch Gott.

Lew Tolstoi 1910

Wenn im ersten Akt auf der Bühne ein Gewehr an der Wand hängt, muss es im letzten Akt losgehen.

Anton Tschechow 1889 ·Brief an S. S. Lazarew-Gruzinski

Kürze ist die Schwester des Talents.

Anton Tschechow 1889 ·Brief an Alexander Tschechow

Im Menschen muss alles schön sein: das Gesicht, die Kleidung, die Seele und die Gedanken.

Anton Tschechow 1897 ·Дядя Ваня

Wir werden ruhen!

Anton Tschechow 1897 ·Дядя Ваня

Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.

Voltaire 1768 ·Épître à l'auteur du livre des Trois Imposteurs

Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.

Voltaire 1767 ·Brief an Friedrich II.

Das Bessere ist der Feind des Guten.

Voltaire 1772 ·La Bégueule

Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.

Voltaire 1759 ·Candide ou l'Optimisme

Weh — wohin sind alle meine Jahre verschwunden!

Walther von der Vogelweide 1228 ·Elegie (L 124,1)

Sagt mir jemand, was ist Liebe?

Walther von der Vogelweide 1200 ·Minneklage

Ich saß auf einem Stein und schlug Bein über Bein, darauf setzte ich den Ellenbogen.

Walther von der Vogelweide 1198 ·Reichston (Spruch L 8,4)

Ich feiere mich selbst und singe mich selbst, und was ich annehme, sollt ihr annehmen, denn jedes Atom, das mir gehört, gehört genauso euch.

Walt Whitman 1855 ·Leaves of Grass (Song of Myself)

Widerspreche ich mir selbst? Sehr gut, dann widerspreche ich mir selbst, (ich bin groß, ich enthalte Vielfaches.)

Walt Whitman 1855 ·Leaves of Grass (Song of Myself)

O Kapitän! mein Kapitän! unsere schreckliche Fahrt ist vorbei, das Schiff hat jeden Sturm überstanden, der Preis ist errungen

Walt Whitman 1865 ·Leaves of Grass (Memories of President Lincoln)

Widersteht viel, gehorcht wenig.

Walt Whitman 1860 ·Leaves of Grass (To the States)

Ein Zyniker ist ein Mensch, der von allem den Preis kennt und von nichts den Wert.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Wir liegen alle im Rinnstein, aber manche von uns schauen nach den Sternen.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Leben ist das Seltenste auf der Welt. Die meisten Menschen existieren, das ist alles.

Oscar Wilde 1891 ·The Soul of Man under Socialism

Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Die Wahrheit ist selten rein und nie einfach.

Oscar Wilde 1895 ·The Importance of Being Earnest

In den meisten Zeiten der Geschichte war Anonym eine Frau.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own

Schließt eure Bibliotheken ab, wenn ihr wollt; aber es gibt kein Tor, kein Schloss, keinen Riegel, den ihr der Freiheit meines Geistes auferlegen könntet.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own

Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Romane schreiben will.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own