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Philosoph:in

181 Zitate

Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.

Baruch de Spinoza 1677 ·Ethica, more geometrico demonstrata

Denn Friede ist nicht Abwesenheit des Krieges, sondern eine Tugend, die aus der Seelenstärke entspringt.

Baruch de Spinoza 1677 ·Tractatus Politicus

Ich habe mich beharrlich bemüht, die menschlichen Handlungen nicht zu verlachen, nicht zu beklagen, nicht zu verfluchen, sondern zu verstehen.

Baruch de Spinoza 1677 ·Tractatus Politicus

Doch alles Erhabene ist so schwierig wie selten.

Baruch de Spinoza 1677 ·Ethica, more geometrico demonstrata

Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Die Philosophie ist eigentlich Heimweh — Trieb, überall zu Hause zu sein.

Novalis 1799 ·Das allgemeine Brouillon

Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends, ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Tausend Dinge schreiten voran, neunhundertneunundneunzig weichen zurück: das ist der Fortschritt.

Henri-Frédéric Amiel 1852 ·Journal intime

Altern zu können ist das Meisterwerk der Weisheit und eines der schwierigsten Kapitel der großen Kunst zu leben.

Henri-Frédéric Amiel 1852 ·Journal intime

Jede Landschaft ist ein Zustand der Seele.

Henri-Frédéric Amiel 1852 ·Journal intime

Gerechtigkeit ist, das Seine zu tun.

Platon 375 v.Chr. ·Politeia

Der Anfang ist bei jedem Werk das Wichtigste.

Platon 375 v.Chr. ·Politeia

Denn dies ist ganz besonders die Verfassung eines Philosophen: das Staunen. Einen anderen Anfang der Philosophie gibt es nicht als diesen.

Platon 369 v.Chr. ·Theaitetos

Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.

Ralph Waldo Emerson 1837 ·The American Scholar

Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.

Ralph Waldo Emerson 1844 ·Experience

Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Heroism

Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Circles

Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Friendship

Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Ich ist hassenswert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.

Friedrich Engels 1876 ·Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

Friedrich Engels 1878 ·Anti-Dühring

Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.

Friedrich Engels 1878 ·Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring)

Die Selbstliebe der Menschheit hat im Laufe der Zeiten drei schwere Kränkungen erfahren.

Sigmund Freud 1917 ·Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Wo Es war, soll Ich werden.

Sigmund Freud 1933 ·Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben.

Sigmund Freud 1900 ·Die Traumdeutung

Wenn Gott die Frau in Vortrefflichkeit geschaffen hat, dann ist sie von höchster Vortrefflichkeit.

Christine de Pizan 1405 ·Le Livre de la Cité des Dames

Es schien mir, als wäre ich gleich einer Ernte tieferer Philosophie als ich es vorher gewesen war: als wäre ich aus einem Traum erwacht.

Christine de Pizan 1405 ·Le Livre de la Cité des Dames

Ave Crux, spes unica! Komm, gehen wir für unser Volk.

Edith Stein 1942 ·Echt-Abschiedsworte zur Schwester Rosa

Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.

Edith Stein 1917 ·Zum Problem der Einfühlung

Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Edith Stein 1950 ·Endliches und ewiges Sein

Das Wohl des Volkes sei das oberste Gesetz.

Marcus Tullius Cicero 50 v.Chr. ·De legibus

Die Geschichte ist Zeugin der Zeiten, Licht der Wahrheit, Leben der Erinnerung, Lehrerin des Lebens, Botin der Vergangenheit.

Marcus Tullius Cicero 55 v.Chr. ·De oratore

Wem zum Vorteil?

Marcus Tullius Cicero 80 v.Chr. ·Pro Sex. Roscio Amerino

O Zeiten, o Sitten!

Marcus Tullius Cicero 63 v.Chr. ·In Catilinam I

Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."

Rosa Luxemburg 1919 ·Die Rote Fahne

Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.

Rosa Luxemburg 1916 ·Die Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Rosa Luxemburg 1918 ·Die Russische Revolution

Die Religion ist das Opium des Volkes.

Karl Marx 1844 ·Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.

Karl Marx 1848 ·Manifest der Kommunistischen Partei

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.

Karl Marx 1845 ·Thesen über Feuerbach

Wir haben zwei Ohren und nur einen Mund, damit wir mehr hören und weniger reden.

Epiktet 130 ·Fragmente (überliefert bei Stobaios)

Von den Dingen liegt einiges in unserer Macht, anderes nicht in unserer Macht.

Epiktet 125 ·Encheiridion

Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern die Urteile über die Dinge.

Epiktet 125 ·Encheiridion

Der Freund ist ein zweites Selbst.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Nikomachische Ethik (1166a 31)

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Nikomachische Ethik (1098a 18)

Der Mensch ist von Natur ein staatenbildendes Lebewesen.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Politik (1253a 2)

Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.

Aristoteles 340 v.Chr. ·Metaphysik (A 1, 980a 21)

Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.

Johann Gottfried Herder 1774 ·Auch eine Philosophie der Geschichte

Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.

Johann Gottfried Herder 1784 ·Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.

Johann Gottfried Herder 1772 ·Abhandlung über den Ursprung der Sprache

Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.

Gotthold Ephraim Lessing 1767 ·Minna von Barnhelm

Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Kein Mensch muß müssen.

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Nichts kann dem Menschen so nahe sein wie Gott. Gott ist mir näher als ich mir selbst.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 10 (In diebus suis)

Wer Gott für ein Ding sucht oder mit einem Ding, der sucht Gott nicht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigten (Quint)

Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, in dem Gott mich sieht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 12 (Qui audit me)

Nimm und lies.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Liebe, und tu, was du willst.

Augustinus von Hippo 407 ·In Iohannis epistulam ad Parthos tractatus

Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.

Augustinus von Hippo 400 ·Confessiones

Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Die Natur liebt es, sich zu verbergen.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 123)

Krieg ist Vater aller Dinge und aller Könige.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 53)

Der Charakter ist dem Menschen sein Daimon.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 119)

In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht; wir sind und sind nicht.

Heraklit 480 v.Chr. ·Heraklit-Fragmente (DK 22 B 49a)

Ich habe hier nur einen Strauß fremder Blumen zusammengebunden — von Eigenem habe ich nichts als das Bindfaden-Band beigesteuert.

Michel de Montaigne 1588 ·Essais (De la phisionomie)

Die größte Sache der Welt ist, bei sich selbst sein zu können.

Michel de Montaigne 1580 ·Essais (De la solitude)

Ich male nicht das Sein, ich male das Werden.

Michel de Montaigne 1588 ·Essais (Du repentir)

Was weiß ich?

Michel de Montaigne 1580 ·Essais (Apologie de Raimond Sebond)

Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Ich weiß eins: niemand fehlt freiwillig.

Sokrates 380 v.Chr. ·Protagoras (über Platon)

Kriton, dem Asklepios schulden wir noch einen Hahn; gebt ihn ihm und vergesst es nicht.

Sokrates 399 v.Chr. ·Phaidon (über Platon)

Ein nicht-geprüftes Leben ist für einen Menschen nicht lebenswert.

Sokrates 399 v.Chr. ·Apologie des Sokrates (über Platon)

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Sokrates 399 v.Chr. ·Apologie des Sokrates (über Platon)

Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.

Henry David Thoreau 1849 ·Resistance to Civil Government

Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.

Arthur Schopenhauer 1839 ·Über die Freiheit des menschlichen Willens

Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.

Arthur Schopenhauer 1851 ·Parerga und Paralipomena

Die Welt ist meine Vorstellung.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Mensch ist ein Meisterstück der Schöpfung, schon deswegen, weil er bei allem Determinismus, der auf ihn drückt, dennoch glaubt, er handle als freies Wesen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1782 ·Les Confessions

Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Émile, ou De l'éducation

Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.

Immanuel Kant 1784 ·Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Immanuel Kant 1784 ·Beantwortung der Frage — Was ist Aufklärung?

Das Bessere ist der Feind des Guten.

Voltaire 1772 ·La Bégueule

Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.

Voltaire 1759 ·Candide ou l'Optimisme

Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.

Voltaire 1767 ·Brief an Friedrich II.

Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.

Voltaire 1768 ·Épître à l'auteur du livre des Trois Imposteurs

Alles, Lucilius, ist fremd; nur die Zeit gehört uns.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Leben, Lucilius, ist Kriegsdienst.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Muße ohne Bildung ist Tod und das Grab eines lebenden Menschen.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.

Lucius Annaeus Seneca 65 ·Epistulae morales ad Lucilium

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.

Friedrich Schiller 1799 ·Das Lied von der Glocke

Früh übt sich, was ein Meister werden will.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.

Friedrich Schiller 1798 ·Prolog zu Wallensteins Lager

Die Würde des Menschen ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

Friedrich Schiller 1789 ·Die Künstler

Glauben heißt, gerade das Paradox annehmen, das die Existenz ist.

Søren Kierkegaard 1843 ·Furcht und Zittern

Ein Dichter ist ein unglücklicher Mensch, der ein tiefes Leid in sich trägt, und dessen Lippen so geformt sind, daß die Seufzer als schöne Musik herauskommen.

Søren Kierkegaard 1843 ·Entweder-Oder

Heirate, und du wirst es bereuen; heirate nicht, und du wirst es auch bereuen.

Søren Kierkegaard 1843 ·Entweder-Oder

Wissen ist Werkzeug, nicht Ziel.

Lew Tolstoi 1910

Die größten Wahrheiten sind die einfachsten.

Lew Tolstoi 1910

Wo Liebe ist, da ist auch Gott.

Lew Tolstoi 1910

Lieben heißt, das Leben dessen zu leben, den man liebt.

Lew Tolstoi 1910

Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Nachgelassene Fragmente

Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.

Friedrich Nietzsche 1881 ·Morgenröte

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Jenseits von Gut und Böse

Daß Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Wenn drei Menschen gehen, muss einer davon mein Lehrer sein.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Was dir selbst unerwünscht ist, füge auch keinem anderen zu.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen.

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Der Mensch geht in die laute Menge, um den Lärm seiner eigenen Stille zu übertönen.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott am Menschen noch nicht verzagt ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir lesen die Welt falsch und sagen dann, sie täusche uns.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Bald wirst du alles vergessen haben; bald werden alle dich vergessen haben.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Die beste Rache ist, nicht zu werden wie dein Feind.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Alle Dinge sind miteinander verflochten, und das Band ist heilig.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen

Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Friedrich Nietzsche 1883 ·Also sprach Zarathustra

Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Dies sei mein letztes Wort, dass ich deiner Liebe vertraue.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir kommen dem Großen am nächsten, wenn wir groß in Demut sind.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Gott findet sich selbst, indem er erschafft.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wenn du Tränen vergießt, weil dir die Sonne fehlt, verfehlst du auch die Sterne.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.

Søren Kierkegaard 1843 ·Tagebücher

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe: In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.

Lao Tzu 400 v.Chr. ·Daodejing

Lernen und ständig darin sich üben — ist das nicht eine Freude?

Konfuzius 500 v.Chr. ·Lunyu (Gespräche)

Lösche den Eindruck, ich sei gekränkt — und die Kränkung ist gelöscht.

Marc Aurel 180 ·Selbstbetrachtungen