Philosoph:in
181 Zitate
Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.
Denn Friede ist nicht Abwesenheit des Krieges, sondern eine Tugend, die aus der Seelenstärke entspringt.
Ich habe mich beharrlich bemüht, die menschlichen Handlungen nicht zu verlachen, nicht zu beklagen, nicht zu verfluchen, sondern zu verstehen.
Doch alles Erhabene ist so schwierig wie selten.
Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.
Die Philosophie ist eigentlich Heimweh — Trieb, überall zu Hause zu sein.
Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.
Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends, ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Tausend Dinge schreiten voran, neunhundertneunundneunzig weichen zurück: das ist der Fortschritt.
Altern zu können ist das Meisterwerk der Weisheit und eines der schwierigsten Kapitel der großen Kunst zu leben.
Jede Landschaft ist ein Zustand der Seele.
Gerechtigkeit ist, das Seine zu tun.
Der Anfang ist bei jedem Werk das Wichtigste.
Denn dies ist ganz besonders die Verfassung eines Philosophen: das Staunen. Einen anderen Anfang der Philosophie gibt es nicht als diesen.
Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.
Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.
Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.
Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.
Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.
Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.
Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.
Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.
Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.
Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.
Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.
Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.
Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.
Das Ich ist hassenswert.
Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.
Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.
Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.
Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.
Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.
Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.
Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.
Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.
Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.
Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.
Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.
Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.
Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.
Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.
Die Selbstliebe der Menschheit hat im Laufe der Zeiten drei schwere Kränkungen erfahren.
Wo Es war, soll Ich werden.
Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben.
Wenn Gott die Frau in Vortrefflichkeit geschaffen hat, dann ist sie von höchster Vortrefflichkeit.
Es schien mir, als wäre ich gleich einer Ernte tieferer Philosophie als ich es vorher gewesen war: als wäre ich aus einem Traum erwacht.
Ave Crux, spes unica! Komm, gehen wir für unser Volk.
Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.
Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.
Das Wohl des Volkes sei das oberste Gesetz.
Die Geschichte ist Zeugin der Zeiten, Licht der Wahrheit, Leben der Erinnerung, Lehrerin des Lebens, Botin der Vergangenheit.
Wem zum Vorteil?
O Zeiten, o Sitten!
Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."
Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.
Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.
Die Religion ist das Opium des Volkes.
Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.
Wir haben zwei Ohren und nur einen Mund, damit wir mehr hören und weniger reden.
Von den Dingen liegt einiges in unserer Macht, anderes nicht in unserer Macht.
Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern die Urteile über die Dinge.
Der Freund ist ein zweites Selbst.
Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.
Der Mensch ist von Natur ein staatenbildendes Lebewesen.
Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.
Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.
Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.
Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.
Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.
Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Kein Mensch muß müssen.
Nichts kann dem Menschen so nahe sein wie Gott. Gott ist mir näher als ich mir selbst.
Wer Gott für ein Ding sucht oder mit einem Ding, der sucht Gott nicht.
Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, in dem Gott mich sieht.
Nimm und lies.
Liebe, und tu, was du willst.
Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.
Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.
Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.
Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.
Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.
Die Natur liebt es, sich zu verbergen.
Krieg ist Vater aller Dinge und aller Könige.
Der Charakter ist dem Menschen sein Daimon.
In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht; wir sind und sind nicht.
Ich habe hier nur einen Strauß fremder Blumen zusammengebunden — von Eigenem habe ich nichts als das Bindfaden-Band beigesteuert.
Die größte Sache der Welt ist, bei sich selbst sein zu können.
Ich male nicht das Sein, ich male das Werden.
Was weiß ich?
Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.
Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.
Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.
Ich weiß eins: niemand fehlt freiwillig.
Kriton, dem Asklepios schulden wir noch einen Hahn; gebt ihn ihm und vergesst es nicht.
Ein nicht-geprüftes Leben ist für einen Menschen nicht lebenswert.
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.
Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.
Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.
Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.
Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.
Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.
Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.
Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.
Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.
Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.
So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.
Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.
Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.
Die Welt ist meine Vorstellung.
Der Mensch ist ein Meisterstück der Schöpfung, schon deswegen, weil er bei allem Determinismus, der auf ihn drückt, dennoch glaubt, er handle als freies Wesen.
Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.
Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.
Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.
Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.
Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.
Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.
Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.
Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Das Bessere ist der Feind des Guten.
Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.
Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.
Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.
Alles, Lucilius, ist fremd; nur die Zeit gehört uns.
Leben, Lucilius, ist Kriegsdienst.
Muße ohne Bildung ist Tod und das Grab eines lebenden Menschen.
Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.
Früh übt sich, was ein Meister werden will.
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
Die Würde des Menschen ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!
Glauben heißt, gerade das Paradox annehmen, das die Existenz ist.
Ein Dichter ist ein unglücklicher Mensch, der ein tiefes Leid in sich trägt, und dessen Lippen so geformt sind, daß die Seufzer als schöne Musik herauskommen.
Heirate, und du wirst es bereuen; heirate nicht, und du wirst es auch bereuen.
Wissen ist Werkzeug, nicht Ziel.
Die größten Wahrheiten sind die einfachsten.
Wo Liebe ist, da ist auch Gott.
Lieben heißt, das Leben dessen zu leben, den man liebt.
Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.
Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Daß Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.
Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise.
Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.
Wenn drei Menschen gehen, muss einer davon mein Lehrer sein.
Was dir selbst unerwünscht ist, füge auch keinem anderen zu.
Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.
Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen.
Der Mensch geht in die laute Menge, um den Lärm seiner eigenen Stille zu übertönen.
Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott am Menschen noch nicht verzagt ist.
Wir lesen die Welt falsch und sagen dann, sie täusche uns.
Bald wirst du alles vergessen haben; bald werden alle dich vergessen haben.
Die beste Rache ist, nicht zu werden wie dein Feind.
Alle Dinge sind miteinander verflochten, und das Band ist heilig.
Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.
Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest.
Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen.
Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag.
Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.
Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
Dies sei mein letztes Wort, dass ich deiner Liebe vertraue.
Wir kommen dem Großen am nächsten, wenn wir groß in Demut sind.
Gott findet sich selbst, indem er erschafft.
Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.
Wenn du Tränen vergießt, weil dir die Sonne fehlt, verfehlst du auch die Sterne.
Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.
Dreißig Speichen umgeben eine Nabe: In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Lernen und ständig darin sich üben — ist das nicht eine Freude?
Lösche den Eindruck, ich sei gekränkt — und die Kränkung ist gelöscht.