Zitare

Moderne

1850 – 1945

97 Zitate

Wir sind Puppen, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst!

Georg Büchner 1835 ·Dantons Tod

Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?

Georg Büchner 1835 ·Dantons Tod

Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.

Georg Büchner 1837 ·Woyzeck

Friede den Hütten! Krieg den Palästen!

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Die Selbstliebe der Menschheit hat im Laufe der Zeiten drei schwere Kränkungen erfahren.

Sigmund Freud 1917 ·Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Wo Es war, soll Ich werden.

Sigmund Freud 1933 ·Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben.

Sigmund Freud 1900 ·Die Traumdeutung

Ave Crux, spes unica! Komm, gehen wir für unser Volk.

Edith Stein 1942 ·Echt-Abschiedsworte zur Schwester Rosa

Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.

Edith Stein 1917 ·Zum Problem der Einfühlung

Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Edith Stein 1950 ·Endliches und ewiges Sein

Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."

Rosa Luxemburg 1919 ·Die Rote Fahne

Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.

Rosa Luxemburg 1916 ·Die Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Rosa Luxemburg 1918 ·Die Russische Revolution

Vielleicht ist es so, dass auch das Wunder eine Vernunft hat.

Joseph Roth 1930 ·Hiob — Roman eines einfachen Mannes

Wohin soll ich denn, ich, ein Trotta?

Joseph Roth 1938 ·Die Kapuzinergruft

Es war eine gute Zeit, ich sage es, ohne dass ich der besseren nachweine.

Joseph Roth 1938 ·Die Kapuzinergruft

Schließt eure Bibliotheken ab, wenn ihr wollt; aber es gibt kein Tor, kein Schloss, keinen Riegel, den ihr der Freiheit meines Geistes auferlegen könntet.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own

In den meisten Zeiten der Geschichte war Anonym eine Frau.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own

Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Romane schreiben will.

Virginia Woolf 1929 ·A Room of One's Own

Deine Seele, die die meine liebet, Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Else Lasker-Schüler 1910 ·Ein alter Tibetteppich

Ich will in das Grenzenlose zu mir zurück.

Else Lasker-Schüler 1902 ·Weltflucht

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier und kenne doch keine Note.

Else Lasker-Schüler 1943 ·Mein blaues Klavier

Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.

Karl Kraus 1912 ·Pro domo et mundo

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Karl Kraus 1909 ·Sprüche und Widersprüche

Man lebt nicht einmal einmal.

Karl Kraus 1909 ·Sprüche und Widersprüche

Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit, sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Ein Zyniker ist ein Mensch, der von allem den Preis kennt und von nichts den Wert.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Die Wahrheit ist selten rein und nie einfach.

Oscar Wilde 1895 ·The Importance of Being Earnest

Leben ist das Seltenste auf der Welt. Die meisten Menschen existieren, das ist alles.

Oscar Wilde 1891 ·The Soul of Man under Socialism

Wir liegen alle im Rinnstein, aber manche von uns schauen nach den Sternen.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.

Oscar Wilde 1892 ·Lady Windermere's Fan

Wir werden ruhen!

Anton Tschechow 1897 ·Дядя Ваня

Wenn im ersten Akt auf der Bühne ein Gewehr an der Wand hängt, muss es im letzten Akt losgehen.

Anton Tschechow 1889 ·Brief an S. S. Lazarew-Gruzinski

Kürze ist die Schwester des Talents.

Anton Tschechow 1889 ·Brief an Alexander Tschechow

Im Menschen muss alles schön sein: das Gesicht, die Kleidung, die Seele und die Gedanken.

Anton Tschechow 1897 ·Дядя Ваня

Ein Mal jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch ein Mal. Nie wieder. Aber dieses ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal: irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

Rainer Maria Rilke 1923 ·Duineser Elegien

Werke der Kunst sind von einer unendlichen Einsamkeit und mit nichts so wenig erreichbar als mit Kritik.

Rainer Maria Rilke 1903 ·Briefe an einen jungen Dichter

Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.

Rainer Maria Rilke 1925 ·Brief an Witold von Hulewicz

Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles.

Rainer Maria Rilke 1909 ·Requiem für Wolf Graf von Kalckreuth

Du mußt dein Leben ändern.

Rainer Maria Rilke 1908 ·Der neuen Gedichte anderer Teil

I was a-trembling, because I'd got to decide, forever, betwixt two things, and I knowed it. I studied a minute, sort of holding my breath, and then says to myself, 'All right, then, I'll go to hell.'

Mark Twain 1885 ·Adventures of Huckleberry Finn

O Lord our God, help us to tear their soldiers to bloody shreds with our shells; help us to cover their smiling fields with the pale forms of their patriot dead…

Mark Twain 1923 ·The War Prayer

We have debauched America's honor and blackened her face before the world; but each detail was for the best.

Mark Twain 1901 ·To the Person Sitting in Darkness

Aber in der unendlichen Menge so vieler anderer Hingaben, von denen die meisten obskur geblieben oder unbemerkt sind, wie viele blieben mehr oder weniger fruchtlos, weil sie isoliert waren und nicht von kollektiven und organisierten Sympathien getragen wurden!

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Wäre es bei außerordentlichen Gelegenheiten — wie jenen, die etwa in Köln oder Châlons Fürsten der Kriegskunst verschiedener Nationalitäten zusammenführen — nicht wünschenswert, dass sie eine solche Art von Kongress nutzten, um irgendein internationales, konventionelles und heiliges Prinzip zu formulieren, das, einmal vereinbart und ratifiziert, als Grundlage für Hilfsgesellschaften für die Verwundeten in den verschiedenen Ländern Europas diente?

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Wäre es nicht möglich, in Zeiten des Friedens und der Ruhe Hilfsgesellschaften zu gründen, deren Zweck es wäre, die Verwundeten in Kriegszeiten von eifrigen, hingebungsvollen und gut qualifizierten Freiwilligen pflegen zu lassen?

Henri Dunant 1862 ·Un souvenir de Solférino

Ich wünsche zu Grabe getragen zu werden wie ein Hund, ohne eine einzige von euren Zeremonien.

Henri Dunant 1890 ·Brief an Wilhelm Sonderegger

Eine Ausnahmegunst des Schicksals hat uns gestattet bei dem fürchterlichen Trauerspiel, das sich gegenwärtig in Europa abwickelt, im Zuschauerraum zu sitzen — nehmen wir den Hut ab.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Du bist ein alter, frommer Einsiedler, der still sitzt und träumt.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Eine strenge und tüchtige Frau ist sie, die Majorin auf Ekeby.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Endlich stand der Pfarrer auf der Kanzel.

Selma Lagerlöf 1891 ·Gösta Berlings saga

Wissen ist Werkzeug, nicht Ziel.

Lew Tolstoi 1910

Die größten Wahrheiten sind die einfachsten.

Lew Tolstoi 1910

Wo Liebe ist, da ist auch Gott.

Lew Tolstoi 1910

Lieben heißt, das Leben dessen zu leben, den man liebt.

Lew Tolstoi 1910

He had discovered a great law of human action, without knowing it—namely, that in order to make a man or a boy covet a thing, it is only necessary to make the thing difficult to attain.

Mark Twain 1876 ·The Adventures of Tom Sawyer

I reckon I got to light out for the Territory ahead of the rest, because Aunt Sally she's going to adopt me and sivilize me and I can't stand it.

Mark Twain 1885 ·Adventures of Huckleberry Finn

Prosperity is the best protector of principle.

Mark Twain 1897 ·Following the Equator

When in doubt, tell the truth.

Mark Twain 1897 ·Following the Equator

Persons attempting to find a motive in this narrative will be prosecuted; persons attempting to find a moral in it will be banished; persons attempting to find a plot in it will be shot.

Mark Twain 1885 ·Adventures of Huckleberry Finn

Work consists of whatever a body is obliged to do, and Play consists of whatever a body is not obliged to do.

Mark Twain 1876 ·The Adventures of Tom Sawyer

A gifted person ought to learn English (barring spelling and pronouncing) in thirty hours, French in thirty days, and German in thirty years.

Mark Twain 1880 ·A Tramp Abroad

Travel is fatal to prejudice, bigotry and narrow-mindedness, and many of our people need it sorely on these accounts.

Mark Twain 1869 ·The Innocents Abroad

Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Nachgelassene Fragmente

Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.

Friedrich Nietzsche 1881 ·Morgenröte

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Jenseits von Gut und Böse

Wir dürfen nicht hoffen, eine bessere Welt zu erbauen, ehe nicht die Individuen besser werden.

Marie Curie 1934

Haben Sie den Mut, mit Ihrem Kopf zu denken.

Marie Curie 1934

Ein Gelehrter in einem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker, er steht auch vor den Naturvorgängen wie ein Kind vor einer Märchenwelt.

Marie Curie 1933 ·Rede in Madrid

Der Mensch geht in die laute Menge, um den Lärm seiner eigenen Stille zu übertönen.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott am Menschen noch nicht verzagt ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir lesen die Welt falsch und sagen dann, sie täusche uns.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Friedrich Nietzsche 1883 ·Also sprach Zarathustra

Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Schulreform ohne Gesellschaftsreform ist ein Unding.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Die menschliche Dummheit ist international.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Soldaten sind Mörder.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Lampenfieber ist eine Begleiterscheinung der Eitelkeit, eine zitternde Frage an das Schicksal: wie werde ich gefallen?, mit dem ganzen Nachdruck auf der Silbe «ich».

Bertha von Suttner 1909 ·Memoiren

Es ist erstaunlich, wie sehr man ein solches Buch als Freund empfindet - wie man ihm alles sagen und klagen kann, wie man über seine Blätter die Tränen weinen kann, die man den anderen, besonders einem geliebten Kranken, verbergen muss.

Bertha von Suttner 1909 ·Memoiren

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

Bertha von Suttner 1889 ·Die Waffen nieder!

Ich habe es zu früh erkannt, daß der Schlachteneifer nichts Übermenschliches, sondern – Untermenschliches ist; keine mystische Offenbarung aus dem Reiche Luzifers, sondern eine Reminiscenz aus dem Reiche der Tierheit - ein Wiedererwachen der Bestialität.

Bertha von Suttner 1889 ·Die Waffen nieder!

Dies sei mein letztes Wort, dass ich deiner Liebe vertraue.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir kommen dem Großen am nächsten, wenn wir groß in Demut sind.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Gott findet sich selbst, indem er erschafft.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wenn du Tränen vergießt, weil dir die Sonne fehlt, verfehlst du auch die Sterne.

Rabindranath Tagore 1916 ·Stray Birds

Wir wollen Schweizer bleiben.

Carl Spitteler 1914 ·Unser Schweizer Standpunkt

Nichts im Leben ist zu fürchten, es ist nur zu verstehen.

Marie Curie 1934