Zitare

Realismus

1830 – 1890

Literarisch-bildkünstlerische Epoche, die das Alltägliche und Bürgerliche in den Mittelpunkt stellte. Im deutschsprachigen Raum oft „bürgerlicher" oder „poetischer Realismus" genannt.

74 Zitate

Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.

Wilhelm Busch 1882 ·Der Maulwurf

Das Gute — dieser Satz steht fest — ist stets das Böse, was man läßt.

Wilhelm Busch 1872 ·Die fromme Helene

Es ist Tradition seit alter Zeit: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

Wilhelm Busch 1872 ·Die fromme Helene

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.

Wilhelm Busch 1877 ·Julchen

Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.

Theodor Fontane 1889 ·Ausgang

Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.

Theodor Fontane 1898 ·Der Stechlin

Das ist ein weites Feld.

Theodor Fontane 1895 ·Effi Briest

Die Mutter klagt — hörst du es? Erzürne sie nicht länger!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, Engadiner, steh auf, du Sut- und Surselver, halte stets in Ehren deine romanische Sprache!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, wehre dich, Romane, für die Bündner Sprache, lass nicht absichtlich deine Gabe begraben!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Steh auf, verteidige, Romane, deine alte Sprache, fordere Achtung für dein Denken!

Giachen Caspar Muoth 1887 ·Al pievel romontsch

Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.

Ralph Waldo Emerson 1837 ·The American Scholar

Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.

Ralph Waldo Emerson 1844 ·Experience

Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Heroism

Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Circles

Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Friendship

Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.

Ralph Waldo Emerson 1836 ·Nature

Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.

Friedrich Engels 1876 ·Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

Friedrich Engels 1878 ·Anti-Dühring

Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.

Friedrich Engels 1878 ·Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring)

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden!

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Du graue Stadt am Meer, Du graue Stadt am Meer, Du sollst, du sollst gepriesen sein.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Der Bürokrat ist allmächtig in Frankreich; außerdem ist er kaum versetzbar.

Honoré de Balzac 1838 ·Les Employés

Jetzt zwischen uns beiden!

Honoré de Balzac 1835 ·Le Père Goriot

Das Geheimnis großer Vermögen ohne erkennbare Ursache ist ein vergessenes Verbrechen — weil es sauber begangen wurde.

Honoré de Balzac 1835 ·Le Père Goriot

Die Religion ist das Opium des Volkes.

Karl Marx 1844 ·Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.

Karl Marx 1848 ·Manifest der Kommunistischen Partei

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.

Karl Marx 1845 ·Thesen über Feuerbach

Weil ich nicht halten konnte für den Tod — hielt er, freundlich, für mich an —

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Ich bin Niemand! Wer bist du? Bist du — Niemand — auch?

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Sag die ganze Wahrheit, aber sag sie schräg — der Erfolg liegt im Umweg

Emily Dickinson 1861 ·Poems

„Hoffnung" ist das Ding mit Federn — das in der Seele sitzt — und die Melodie ohne Worte singt — und nie aufhört — gar nicht —

Emily Dickinson 1861 ·Poems

Widersteht viel, gehorcht wenig.

Walt Whitman 1860 ·Leaves of Grass (To the States)

O Kapitän! mein Kapitän! unsere schreckliche Fahrt ist vorbei, das Schiff hat jeden Sturm überstanden, der Preis ist errungen

Walt Whitman 1865 ·Leaves of Grass (Memories of President Lincoln)

Widerspreche ich mir selbst? Sehr gut, dann widerspreche ich mir selbst, (ich bin groß, ich enthalte Vielfaches.)

Walt Whitman 1855 ·Leaves of Grass (Song of Myself)

Ich feiere mich selbst und singe mich selbst, und was ich annehme, sollt ihr annehmen, denn jedes Atom, das mir gehört, gehört genauso euch.

Walt Whitman 1855 ·Leaves of Grass (Song of Myself)

Wenn mir jemand bewiese, dass Christus außerhalb der Wahrheit steht, und es tatsächlich so wäre, dass die Wahrheit außerhalb Christi steht, dann möchte ich lieber bei Christus bleiben als bei der Wahrheit.

Fjodor Dostojewski 1854 ·Brief an Natalja Fonwisina

Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.

Fjodor Dostojewski 1880 ·Die Brüder Karamasow

Schönheit wird die Welt retten.

Fjodor Dostojewski 1869 ·Der Idiot

Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.

Ralph Waldo Emerson 1841 ·Self-Reliance

Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.

Henry David Thoreau 1849 ·Resistance to Civil Government

Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.

Henry David Thoreau 1854 ·Walden; or, Life in the Woods

So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.

Arthur Schopenhauer 1839 ·Über die Freiheit des menschlichen Willens

Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.

Arthur Schopenhauer 1851 ·Parerga und Paralipomena

Die Welt ist meine Vorstellung.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Mit dem Talente ist es wie mit dem Glück: man muß es haben.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Geistreich sein wollen ist oft eine größere Strafe, als geistlos sein.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Die einfachsten Wahrheiten sind die, zu denen der Mensch zuletzt kommt.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Marie von Ebner-Eschenbach 1880 ·Aphorismen

Ich bin kein ausgeklügelt Buch, / Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.

Conrad Ferdinand Meyer 1871 ·Huttens letzte Tage

Nur die Sonne ist ewig jung, sie allein ist ewig schön.

Conrad Ferdinand Meyer 1871 ·Huttens letzte Tage

Achte jedes Mannes Vaterland, doch das deinige liebe!

Gottfried Keller 1860 ·Das Fähnlein der sieben Aufrechten

Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.

Gottfried Keller 1880 ·Briefe

Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.

Jeremias Gotthelf 1852 ·Zeitgeist und Berner Geist

Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte, weil kein Wind sie anbläst!

Jeremias Gotthelf 1922 ·Sämtliche Werke

Was ich des Tags mit der Leier verdien', das geht des Nachts wieder alles dahin!

Jeremias Gotthelf 1850 ·Die Käserei in der Vehfreude

Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.

Jeremias Gotthelf 1842 ·Eines Schweizers Wort an den Schweizerischen Schützenverein

Das wahre Glück des Menschen ist eine zarte Blume; tausenderlei Ungeziefer umschwirret sie; ein unreiner Hauch tödtet sie.

Jeremias Gotthelf 1843 ·Geld und Geist oder die Versöhnung

Vor dem Essen stören die Gedanken des Magens die Gedanken der Seele, indessen läßt man nicht gerne diesen innern Zustand innewerden, sondern bemäntelt ihn mit langsamen Worten über gleichgültige Gegenstände.

Jeremias Gotthelf 1842 ·Die schwarze Spinne

In den alten Tannen war es nun ganz still und auf allen Ästen lag der weiße Schnee und in dem Sonnenschein schimmerte und funkelte es überall.

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

Wo der Fußweg anfängt, beginnt bald Heideland mit dem kurzen Gras und den kräftigen Bergkräutern dem Kommenden entgegenzuduften.

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

...es fing stärker an zu rauschen in den alten Tannen, ein mächtiger Wind fuhr daher und sauste und brauste durch die dichten Wipfel...

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

...wie die Sonne den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu...

Johanna Spyri 1880 ·Heidis Lehr- und Wanderjahre

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht.

Conrad Ferdinand Meyer 1882 ·Gedichte

Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Gottfried Keller 1883 ·Gesammelte Gedichte

Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluss der Welt!

Gottfried Keller 1883 ·Gesammelte Gedichte