Realismus
1830 – 1890
Literarisch-bildkünstlerische Epoche, die das Alltägliche und Bürgerliche in den Mittelpunkt stellte. Im deutschsprachigen Raum oft „bürgerlicher" oder „poetischer Realismus" genannt.
74 Zitate
Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Das Gute — dieser Satz steht fest — ist stets das Böse, was man läßt.
Es ist Tradition seit alter Zeit: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.
Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.
Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.
Das ist ein weites Feld.
Die Mutter klagt — hörst du es? Erzürne sie nicht länger!
Steh auf, Engadiner, steh auf, du Sut- und Surselver, halte stets in Ehren deine romanische Sprache!
Steh auf, wehre dich, Romane, für die Bündner Sprache, lass nicht absichtlich deine Gabe begraben!
Steh auf, verteidige, Romane, deine alte Sprache, fordere Achtung für dein Denken!
Bücher sind das Beste der Dinge, recht gebraucht; missbraucht, das Schlimmste.
Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.
Selbstvertrauen ist das Wesen des Heldentums.
Nichts Großes wurde je ohne Begeisterung erreicht.
Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst einer zu sein.
Im Wald kehren wir zurück zu Vernunft und Glauben.
Die Natur trägt immer die Farben des Geistes.
Groß zu sein heißt, missverstanden zu werden.
Die Gesellschaft ist überall in einer Verschwörung gegen die Mündigkeit jedes ihrer Mitglieder.
Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.
Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.
Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden!
Du graue Stadt am Meer, Du graue Stadt am Meer, Du sollst, du sollst gepriesen sein.
Der Bürokrat ist allmächtig in Frankreich; außerdem ist er kaum versetzbar.
Jetzt zwischen uns beiden!
Das Geheimnis großer Vermögen ohne erkennbare Ursache ist ein vergessenes Verbrechen — weil es sauber begangen wurde.
Die Religion ist das Opium des Volkes.
Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.
Weil ich nicht halten konnte für den Tod — hielt er, freundlich, für mich an —
Ich bin Niemand! Wer bist du? Bist du — Niemand — auch?
Sag die ganze Wahrheit, aber sag sie schräg — der Erfolg liegt im Umweg
„Hoffnung" ist das Ding mit Federn — das in der Seele sitzt — und die Melodie ohne Worte singt — und nie aufhört — gar nicht —
Widersteht viel, gehorcht wenig.
O Kapitän! mein Kapitän! unsere schreckliche Fahrt ist vorbei, das Schiff hat jeden Sturm überstanden, der Preis ist errungen
Widerspreche ich mir selbst? Sehr gut, dann widerspreche ich mir selbst, (ich bin groß, ich enthalte Vielfaches.)
Ich feiere mich selbst und singe mich selbst, und was ich annehme, sollt ihr annehmen, denn jedes Atom, das mir gehört, gehört genauso euch.
Wenn mir jemand bewiese, dass Christus außerhalb der Wahrheit steht, und es tatsächlich so wäre, dass die Wahrheit außerhalb Christi steht, dann möchte ich lieber bei Christus bleiben als bei der Wahrheit.
Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.
Schönheit wird die Welt retten.
Vertraue dir selbst: jedes Herz schwingt zu dieser eisernen Saite.
Wer ein Mensch sein will, muss ein Nichtangepasster sein.
Eine törichte Konsequenz ist der Kobold kleiner Geister.
Diejenige Regierung ist die beste, die am wenigsten regiert.
Unser Leben wird im Detail zerstreut. Vereinfache, vereinfache.
Wenn ein Mensch nicht im Schritt seiner Gefährten geht — vielleicht hört er einen anderen Trommler.
Die meisten Menschen führen ein Leben stiller Verzweiflung.
So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.
Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.
Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.
Die Welt ist meine Vorstellung.
Mit dem Talente ist es wie mit dem Glück: man muß es haben.
Geistreich sein wollen ist oft eine größere Strafe, als geistlos sein.
Die einfachsten Wahrheiten sind die, zu denen der Mensch zuletzt kommt.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.
Ich bin kein ausgeklügelt Buch, / Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.
Nur die Sonne ist ewig jung, sie allein ist ewig schön.
Achte jedes Mannes Vaterland, doch das deinige liebe!
Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.
Freude und Angst sind Vergrößerungsgläser.
Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte, weil kein Wind sie anbläst!
Was ich des Tags mit der Leier verdien', das geht des Nachts wieder alles dahin!
Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.
Das wahre Glück des Menschen ist eine zarte Blume; tausenderlei Ungeziefer umschwirret sie; ein unreiner Hauch tödtet sie.
Vor dem Essen stören die Gedanken des Magens die Gedanken der Seele, indessen läßt man nicht gerne diesen innern Zustand innewerden, sondern bemäntelt ihn mit langsamen Worten über gleichgültige Gegenstände.
In den alten Tannen war es nun ganz still und auf allen Ästen lag der weiße Schnee und in dem Sonnenschein schimmerte und funkelte es überall.
Wo der Fußweg anfängt, beginnt bald Heideland mit dem kurzen Gras und den kräftigen Bergkräutern dem Kommenden entgegenzuduften.
...es fing stärker an zu rauschen in den alten Tannen, ein mächtiger Wind fuhr daher und sauste und brauste durch die dichten Wipfel...
...wie die Sonne den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu...
Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht.
Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein!
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluss der Welt!