Zitare

Aufklärung

1650 – 1789

Geistesgeschichtliche Epoche, geprägt von der Idee, dass Vernunft und Bildung den Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit herausführen sollen. Im deutschsprachigen Raum von Leibniz bis Kant.

61 Zitate

Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.

Baruch de Spinoza 1677 ·Ethica, more geometrico demonstrata

Denn Friede ist nicht Abwesenheit des Krieges, sondern eine Tugend, die aus der Seelenstärke entspringt.

Baruch de Spinoza 1677 ·Tractatus Politicus

Ich habe mich beharrlich bemüht, die menschlichen Handlungen nicht zu verlachen, nicht zu beklagen, nicht zu verfluchen, sondern zu verstehen.

Baruch de Spinoza 1677 ·Tractatus Politicus

Doch alles Erhabene ist so schwierig wie selten.

Baruch de Spinoza 1677 ·Ethica, more geometrico demonstrata

Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus wird.

Matthias Claudius 1799 ·An meinen Sohn Johannes

Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Ich ist hassenswert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.

Johann Gottfried Herder 1774 ·Auch eine Philosophie der Geschichte

Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.

Johann Gottfried Herder 1784 ·Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.

Johann Gottfried Herder 1772 ·Abhandlung über den Ursprung der Sprache

Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.

Gotthold Ephraim Lessing 1767 ·Minna von Barnhelm

Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Kein Mensch muß müssen.

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.

Blaise Pascal 1670 ·Pensées

Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.

François de La Rochefoucauld 1678 ·Maximes

Der Mensch ist ein Meisterstück der Schöpfung, schon deswegen, weil er bei allem Determinismus, der auf ihn drückt, dennoch glaubt, er handle als freies Wesen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1782 ·Les Confessions

Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Émile, ou De l'éducation

Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.

Jean-Jacques Rousseau 1762 ·Du contrat social

Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.

Immanuel Kant 1784 ·Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

Immanuel Kant 1788 ·Kritik der praktischen Vernunft

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Immanuel Kant 1784 ·Beantwortung der Frage — Was ist Aufklärung?

Das Bessere ist der Feind des Guten.

Voltaire 1772 ·La Bégueule

Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.

Voltaire 1759 ·Candide ou l'Optimisme

Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.

Voltaire 1767 ·Brief an Friedrich II.

Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.

Voltaire 1768 ·Épître à l'auteur du livre des Trois Imposteurs

Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen.

Johann Heinrich Pestalozzi 1781 ·Lienhard und Gertrud

Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift.

Johann Heinrich Pestalozzi 1782 ·Ein Schweizer Blatt

Die Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.

Johann Heinrich Pestalozzi 1801 ·Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

Der Mittelpunkt alles Menschenverderbens ist Verhärtung des Herzens.

Johann Heinrich Pestalozzi 1783 ·Über Gesetzgebung und Kindermord

Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe.

Johann Heinrich Pestalozzi 1826 ·Pestalozzis Schwanengesang

Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.

Johann Heinrich Pestalozzi 1819 ·Kinderlehre der Wohnstube

Das Leben bildet.

Johann Heinrich Pestalozzi 1781 ·Lienhard und Gertrud