Aufklärung
1650 – 1789
Geistesgeschichtliche Epoche, geprägt von der Idee, dass Vernunft und Bildung den Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit herausführen sollen. Im deutschsprachigen Raum von Leibniz bis Kant.
61 Zitate
Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.
Denn Friede ist nicht Abwesenheit des Krieges, sondern eine Tugend, die aus der Seelenstärke entspringt.
Ich habe mich beharrlich bemüht, die menschlichen Handlungen nicht zu verlachen, nicht zu beklagen, nicht zu verfluchen, sondern zu verstehen.
Doch alles Erhabene ist so schwierig wie selten.
Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus wird.
Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.
Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.
Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.
Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.
Da man nicht erreichen konnte, dass das Gerechte stark sei, hat man dafür gesorgt, dass das Starke gerecht sei.
Das Letzte, was man beim Verfassen eines Werkes findet, ist die Erkenntnis, was man an den Anfang stellen muss.
Die wahre Beredsamkeit spottet der Beredsamkeit, die wahre Moral spottet der Moral.
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will, dass, wer den Engel spielen will, das Tier macht.
Das Ich ist hassenswert.
Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.
Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.
Die Nase der Kleopatra — wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich geändert.
Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.
Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.
Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.
Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.
Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.
Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.
Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.
Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.
Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.
Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.
Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.
Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.
Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Kein Mensch muß müssen.
Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.
Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur — aber ein denkendes Schilfrohr.
Weder die Sonne noch der Tod lassen sich starr ansehen.
Alle Welt klagt über ihr Gedächtnis, niemand über sein Urteilsvermögen.
Die Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.
Unsere Tugenden sind meistens nichts anderes als verkleidete Laster.
Der Mensch ist ein Meisterstück der Schöpfung, schon deswegen, weil er bei allem Determinismus, der auf ihn drückt, dennoch glaubt, er handle als freies Wesen.
Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.
Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Menschenwürde, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten.
Ich fühle mein Herz, und ich kenne die Menschen.
Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.
Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.
Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.
Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.
Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Das Bessere ist der Feind des Guten.
Alles ist zum Besten in der besten aller möglichen Welten.
Zweifel ist kein angenehmer Zustand, aber Gewissheit ist ein lächerlicher.
Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.
Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen.
Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift.
Die Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.
Der Mittelpunkt alles Menschenverderbens ist Verhärtung des Herzens.
Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe.
Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.
Das Leben bildet.